Polizisten untersuchen Räumlichkeiten in einem Gewerbegebiet.
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Interview - Experte zu Geldwäsche in Deutschland: "Schwache Aufsichtsstruktur"

Deutschland gilt als Paradies für Geldwäscher. Finanzminister Lindner will das ändern und dafür eine neue Bundesbehörde schaffen. Konrad Duffy von der Bürgerbewegung Finanzwende findet, der Vorschlag gehe in die richtige Richtung. Neben der Zentralisierung sei es wichtig, dass die Ermittler mehr Befugnisse bekommen.

Deutschland sei vor allem beliebt bei Geldwäschern, da es hier eine sehr schwache Aufsichtsstruktur gebe, sagt Konrad Duffy. Er ist bei der Bürgerbewegung Finanzwende für das Thema Finanzkriminalität zuständig. Viele Kompetenzen seien zerstückelt auf Länderebene verteilt und es gebe keine zentrale Beaufsichtigung des Bundes. "Das führt dazu, dass die organisierte Kriminalität - zum Beispiel die Mafia aus Italien - Gelder hierzulande wäscht."

Duffy: Lindners Vorschlag geht in die richtige Richtung

 

Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) will das nun ändern. Er plant eine neue Bundesbehörde. Der Vorschlag gehe in die richtige Richtung, sagt Duffy. Eine zentrale Aufsicht auf Bundesebene für den Nicht-Finanzsektor ergebe Sinn, "das fordern wir auch schon sehr lange".

Bürgerbewegung Finanzwende fordert mehr Befugnisse für Behörden

 

Ein Bundesfinanzkriminalamt, wie es Lindner vorschwebt, könne auch hilfreich sein - "wenn es hier wirklich gut umgesetzt wird", sagt der Vertreter der Bürgerbewegung Finanzwende. Die Ermittler bräuchten mehr Befugnisse bei der Fahndung.