Archivfoto: Schwere Krawalle gab es in der Nacht zum 26.08.1992 in Rostock-Lichtenhagen. Größere Gruppen Rechtsradikaler lieferten sich erneut Straßenkämpfe mit der Polizei, warfen Molotow-Cocktails, zündeten Autos an und warfen Steine.
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Interview - Sozialsenator zu Rostock-Lichtenhagen: Stadt heute weltoffener

Am 22. August 1992 - vor genau 30 Jahren - versammeln sich hunderte Menschen vor der Zentralen Aufnahmestelle für Asylbewerber in Rostock-Lichtenhagen. Tagelang kommt es zu rechtsradikaler Gewalt. Laut Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke) ist die Aufarbeitung erfolgt. Etwas Derartiges könne heute nicht ohne Weiteres passieren.

Vier Tage lang halten die Ausschreitungen, die am 22. August 1992 beginnen, im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen an. In dieser Zeit sei die Polizei nicht präsent gewesen und habe das Geschehen überhaupt nicht im Griff gehabt, sagt Steffen Bockhahn (Die Linke). Er ist heute Sozial- und Jugendsenator in Rostock und stellvertretender Oberbürgermeister.

Rockstocks Sozialsenator über Lichtenhagen 1992: Eine Woche Staatsversagen

 

"Wir haben es in Lichtenhagen '92 mit einem Staatsversagen eine Woche zu tun gehabt", sagt er. Seitdem sei aber eine Menge passiert und die Stadt habe Aufarbeitung betrieben. In Rostock gebe es zwar auch heute noch "viel zu viele" Rechtsradikale. "Aber insgesamt ist Rostock heute um Längen weltoffener, toleranter und bunter als das 1992 der Fall war", sagt Bockhahn.

Bockhahn: Polizei geht heute anders mit Vorfällen um

 

Es sei zwar nie auszuschließen, dass sich solche Ausschreitungen wiederholen. Aber es werde "nicht ohne Weiteres wieder passieren". Die Polizei würde heute anders mit derartigen Vorfällen umgehen.