Olaf Scholz (r, SPD) und Robert Habeck (2.v.r, Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, werden nach der Landung auf dem Flughafen Montreal-Pierre Elliott Trideau International begrüßt.
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Interview - SPD-Energieexpertin: Nicht zu stark an fossile Energien binden

Bundeskanzler Scholz (SPD) und Wirtschaftsminister Habeck (Grüne) sind seit Sonntag in Kanada - um unter anderem über grünen Wasserstoff und Flüssiggas zu verhandeln. Langfristige Gasverträge sollte Deutschland aber möglichst vermeiden, sagt SPD-Energieexpertin Nina Scheer.

Zur Lösung der aktuellen Gaskrise trage der deutsche Besuch in Kanada nicht viel bei, räumt Scheer ein. Es sei aber wichtig, schon jetzt über grünen Wasserstoff und andere Rohstoffe zu sprechen, da sie später eine Rolle spielen würden - da müsse man schon heute "einen Gesprächsfaden" aufnehmen.

Flüssiggas sei derzeit nur sehr begrenzt verfügbar, so die energiepolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion. Mit den vorhandenen Mengen müsse man verantwortungsvoll umgehen und dürfe sie nicht durch Handelsbeziehungen zusätzlich verknappen, betont sie.

Deutschland halte sich mit langfristigen Gasverträgen möglichst zurück, sagt Scheer. "Jedes gewonnene Jahr ist viel wert, dass man sich nicht binden muss, weil wir ja bekanntermaßen so schnell wie möglich aus der Bindung zu fossilen Energien raus müssen", so die SPD-Politikerin.

Privathaushalte am längsten geschützt


Der Füllstand der Gasspeicher in Deutschland sei derzeit besser als man befürchtet habe, erklärt Scheer. "Es ist natürlich nicht die Kuh vom Eis", gibt sie zu bedenken. "Weil die Speicher natürlich nicht so dimensioniert sind, dass man mit diesen Mengen über den Winter kommen könnte." Deswegen müsse man weiterhin dringend alles daran setzen, Gas einzusparen.

"Die Privathaushalte sind am längsten geschützt. Das ist die gesetzliche Vorgabe", sagt die SPD-Politikerin. Sie sei zuversichtlich, dass es gelinge, diesen Schutz aufrechtzuerhalten - "wenn wir allesamt diese Kraftanstrengung schaffen: Einzusparen, wo es uns möglich ist." Da seien die Privathaushalte mitgefragt.

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