Der verbrannte Wald im Sperrgebiet um die Brandstelle am Sprengplatz der Berliner Polizei im Grunewald.
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Interview - Berliner Forsten: Gebiet im Grunewald bleibt jahrelang gesperrt

Zwei Wochen ist es her, dass am Sprengplatz im Berliner Grunewald ein verheerendes Feuer ausgebrochen ist. Der Leiter der Berliner Forsten, Gunnar Heyne, ist zuversichtlich, dass der Wald sich von dem Brand erholt. Sorgen bereiten ihm die Munitionsreste, die noch im Wald herumliegen.

Seit Mittwoch sei der Einsatz für die Feuerwehr beendet. Die Einsatzkräfte seien weitgehend abgerückt, es sei nur noch ein Löschfahrzeug zur Kontrolle vor Ort, erklärt Heyne.

Wieviel Wald zerstört worden ist, lasse sich noch nicht sagen, weil das Gebiet bisher nicht begehbar sei. "Das Betreten dieser Flächen, wo es gebrannt hat, ist verboten, weil dort Munitionsteile liegen", sagt Heyne.

Aufwändige Bergung von Munitionsteilen

 

Die Bergung dieser Munitionsteile sei schwierig - unter anderem, weil auf dem verbrannten Waldboden Metallteile schwer zu entdecken seien. "Das wird eine sehr aufwändige Arbeit sein, die über mehrere Jahre dauert, das alles wieder einzusammeln, und so lange wird auch der Wald gesperrt bleiben", sagt Heyne. Die Polizei werde in den kommenden Wochen immer wieder gefundene Kampfmittel kontrolliert sprengen.

Heyne ist jedoch zuversichtlich, dass die Natur sich von dem Feuer erholt. "Der Wald kann mit solchen Dingen ganz gut umgehen", sagt Heyne. Im Grunewald habe es kein Vollfeuer wie bei anderen Waldbränden gegeben. Zwar seien viele Kiefern zerstört worden, die Laubbäume könnten sich aber gut erholen, Eichen und Pappeln schnell wieder austreiben, so Heyne.

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