Radfahrer auf einer von Bäumen gesäumter Promenade (Bild: picture alliance / Jochen Tack)
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Interview - Unfallforscher: Brauchen mehr Radwege neben Landstraßen

Im niedersächsischen Goslar beginnt am Mittwoch der Verkehrsgerichtstag. Dabei geht es auch um Radverkehrssicherheit. Fast jeder zweite Fahrradunfall passiert außerhalb von Ortschaften. Problematisch seien etwa mangelnde Radwege auf dem Land und Einkaufszentren, sagt Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer.

Man habe das Thema lange vernachlässigt, sagt Brockmann. Aktuell laufe deswegen gerade ein Forschungsprojekt dazu, das noch nicht ganz abgeschlossen sei. Es lasse sich aber schon sagen, dass die Unfallschwerpunkte auf dem Land die gleichen seien wie in der Stadt, nämlich Kreuzungen und Einmündungen. "Es sind beispielsweise Wirtschaftswege oder Feldwege", so der Unfallforscher - oder Stellen, an denen die Sicht durch Büsche oder ähnliches behindert ist.

Ein "ziemlich großes Problem" seien aus seiner Sicht Einkaufszentren außerhalb von Ortschaften, sagt Brockmann. "Da biegt natürlich ein stetiger Strom von Fahrzeugen ein und aus. Und wenn ich da den Radverkehr vorbeiführe, führt das gerade zwangsläufig zu Problemen." Das müsse bei der Planung von solchen Einkaufszentren von vornherein beachtet werden.

Grundsätzlich sei wichtig, dass Radfahrer nicht auf Landstraßen unterwegs sein müssten, wo die Autos sehr schnell fahren, so der Unfallforscher. "Das heißt: Ich brauche ein Programm für die sogenannten straßenbegleitenden Radwege. Das ist zum Beispiel in Brandenburg auf einem guten Weg, aber sicher noch lange nicht abgeschlossen." Und auf diesen Radwegen müsse man dann die Kreuzungen und Einmündungen so sicher wie möglich gestalten.

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