Der Gaszähler ist im Keller an einer Wand befestigt.
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Interview - Gasumlage: 500 Euro Mehrkosten für Vier-Personen-Haushalt

Die Verbraucherschutzzentrale Berlin hat errechnet, dass die Gasumlage zu Mehrbelastungen von bis zu knapp 500 Euro für eine vierköpfige Familie führen wird. Sollte der Gasanbieter außerdem noch die Preise erhöhen, könnte sich an Anbieterwechseln lohnen.

Ob Privatleute oder Firmen: Für alle Gaskunden ist Gasumlage gleich, die ab Oktober von den Gasversorgern in Rechnung gestellt werden kann: 2,4 Cent pro Kilowattstunde betragen. Die Gasversorger dürfen die höheren Kosten, die ihnen beim Gaseinkauf entstehen, an die Kunden weiterreichen.

Hasibe Dündar ist Energierechtsberaterin bei der Verbraucherschutzzentrale Berlin. Sie hat errechnet, dass die Mehrkosten pro Jahr für einen Single-Haushalt bei etwa 125 Euro, bei einem Zwei-Personen-Haushalt bei etwa 267 Euro und bei etwa 484 Euro für eine durchschnittliche vierköpfige Familie liegen werden.

Anbieterwechsel kann sich lohnen - muss er aber nicht

Doch das ist noch nicht alles: In allen diesen Berechnungen ist die Mehrwertsteuer noch nicht berücksichtigt. Außerdem können die Gasanbieter selbst zusätzlich höhere Beschaffungskosten geltend machen und diese an die Kunden weiterreichen. Allerdings müssen sie das einen Monat vorher ankündigen.

In solchen Fällen hat der Kunde ein Sonderkündigungsrecht. Doch empfiehlt sich, so Dündar, genau zu schauen, ob es überhaupt günstigere Angebote gibt: "Wir machen die Erfahrung, dass man als Bestandskunde trotz Preiserhöhung immer noch einen kostengünstigeren Tarif hat. Aber […] es gibt leider auch einige schwarze Schafe, die die Preise regelmäßig anheben. […] Deshalb sollte hier der Verbraucher nicht untätig bleiben, sondern auf die Suche gehen."

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Leere Geldbörse liegt auf einer Heizung
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Die Gasumlage soll ab Oktober rund 2,4 Cent pro Kilowattstunde betragen. Das hat das zuständige Unternehmen Trading Hub Europe bekannt gegeben. Zusätzlich drohten den Menschen auch noch Nachforderungen bei der nächsten Nebenkostenabrechnung - in Höhe von ein bis zwei Monatsmieten, warnt Wibke Werner vom Berliner Mieterverein.