ARCHIV: Auf diesem während einer vom russischen Verteidigungsministerium organisierten Reise aufgenommenen Foto, bewacht ein russischer Soldat einen Bereich des Kernkraftwerks Saporischschja in einem Gebiet unter russischer Militärkontrolle im Südosten der Ukraine.
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Interview - Saporischschja: Bisher kein Austritt von Radioaktivität

Das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja ist in den vergangenen Tagen immer wieder unter Beschuss geraten. Jetzt hat Russland zugesichert, dass internationale Atomexperten Zugang bekommen. Bisher sei noch kein Sicherheitsrisiko entstanden, sagt Sebastian Stransky von der Gesellschaft für Reaktorsicherheit.

Er hoffe, dass Experten sowie Techniker der Internationalen Atomenergie-Organisation IAEA nun möglichst schnell aufs Kraftwerksgelände kommen können. Es sei wichtig zu prüfen, wie der technische Zustand der Anlagen sei und wie es den Betriebsmannschaften gehe, so Stransky.

Stransky: Hohes Sicherheitsniveau in Saporischschja

 

Trotz des Beschusses gebe es bisher keine Hinweise auf Sicherheitsrisiken in dem Atomkraftwerk. Alle Behörden hätten zudem bestätigt, dass keine Radioaktivität ausgetreten sei. Laut Informationen der ukrainischen Aufsichtsbehörde arbeite das Kraftwerk störungsfrei.

Auch die Gefahr, dass die Kühlung der Reaktoren nicht mehr funktioniere wie bei der Kernschmelze in Fukushima, bestehe derzeit nicht. Es gebe ein dreifach gesichertes Notkühlsystem, erklärt Stransky. Das Sicherheitsniveau der Anlage sei hoch. Trotzdem seien die Kontrollen wichtig, damit eine internationale Aufsicht gewährleistet werde.

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