Blick auf den Kreml in Moskau (Bild: IMAGO / Design Pics)
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Interview - Osteuropa-Experte: Sanktionen werden Putins Position nicht ändern

Als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine hat der Westen eine ganze Reihe von Sanktionen erlassen. Doch Alexander Libman vom Osteuropa-Institut der FU Berlin sieht davon ausgehend kaum Effekte. Die EU verfüge nicht über Instrumente, die Putin kurfristig zum Einlenken bringen könnten.

Alexander Libmann hält die Wirkung der Sanktionen auf die Menschen in Russland für sehr gering: "Wir wussten eigentlich von Tag eins, dass es keinen Volksaufstand gibt, weil die Sanktionen einfach auf diese Weise nie Effekte haben", sagt der Osteuropa-Experte von der FU Berlin. Auch wenn es den Menschen schlecht gehe, führe das nicht dazu, dass sie sich gegen das autoritäre System stellen würden.

Libmann: Sanktionen führen zu großen wirtschaftlichen Kosten

 

Man müsse realistisch sein, so Libmann: "Sanktionen sind kein Instrument, das Putins Position verändern wird." Gleichzeitig würden sie zu großen wirtschaftlichen Kosten für Deutschland und die EU führen. "Ich glaube nicht, dass die Europäische Union über Instrumente verfügt, die kurzfristig Putin zum Einlenken bringen."

Osteuropa-Experte spricht sich für Verhandlungen aus

 

Es sei fragwürdig, Maßnahmen zu beschließen, mit denen nicht die gewünschte Wirkung erzielt werde – "nur deswegen, weil man etwas symbolisieren oder zeigen muss". Stattdessen schlägt Libmann vor, auf die Situation zu warten, "wo Verhandlungen möglich sein werden". Diese müssten Deutschland und die EU so intensiv wie möglich fördern.