Eine Gasflamme brennt auf einem Küchenherd in einer Wohnung (Bild: dpa / Hauke-Christian Dittrich)
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Interview - CDU-Energiepolitiker Jung: "Wo bleibt der Energiegipfel im Kanzleramt?"

Mit der Gasumlage will die Bundesregierung die Gasimporteure ab Herbst vor dem Bankrott schützen - auf Kosten der Gasverbraucher. Andreas Jung, energiepolitischer Sprecher der Union, befürchtet hohe Kosten für Verbraucher und fordert ein besseres Gesamtkonzept für die Gasumlage.

Sollte Russland auch im Herbst weiter nur geringe Mengen Gas nach Deutschland liefern, müssten die deutschen Gasimporteure deutlich teureres Gas aus alternativen Quellen dazu kaufen. Um in der Folge einen Bankrott der Gasimporteure zu verhindern und um die Kosten für höhere Gaspreise gerecht zwischen Bevölkerung und Wirtschaft zu verteilen, hat die Bundesregierung die Gasumlage beschlossen, mit der die Importeure ihre gestiegenen Kosten an die Gasverbraucher weitergeben können.

Andreas Jung, der energiepolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, sieht die geplante Gasumlage weiter skeptisch. Mit der Umlage würden konkrete Kosten auf die Verbraucher zukommen. Deswegen brauche es ein besseres Gesamtkonzept mit Entlastungen für Geringverdienende und Anreizen zum Energiesparen für Wirtschaft und Bevölkerung, fordert der CDU-Politiker.

Energiesparpakt von Bund, Ländern und Kommunen gefordert

 

Zuerst habe Bundeskanzler Olaf Scholz bei der Ankündigung der Gasumlage von einer Mehrbelastung von 2 Cent pro verbrauchter Kilowattstunde Gas gesprochen und einer Mehrbelastung von 200€ bis 300€ pro Jahr für einen Vier-Personen-Haushalt. Inzwischen spreche Robert Habeck von einer Mehrbelastung von bis zu 1000€ für eine vierköpfige Familie, so Jung. Das sei eine schlechte Kommunikation, die kein Vertrauen in die Maßnahme schaffe.

Außerdem müsse die Bundesregierung sicherstellen, dass Verbraucher auf die Gasumlage keine Mehrwertsteuer zahlen müssen, fordert der CDU-Energiepolitiker. Um die Anstrengungen zum Energiesparen gemeinsam zu koordinieren, spreche sich seine Partei schon seit Monaten für einen gemeinsamen Energiesparpakt von Bund, Ländern und Kommunen aus. "Wir fragen uns, wo bleibt der Energiegipfel im Kanzleramt?"