Auf diesem vom taiwanesischen Präsidialamt veröffentlichten Foto spricht Nancy Pelosi, Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, während eines Treffens mit Tsai Ing-wen (r), Präsidentin von Taiwan
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Interview - FDP-Politiker Faber: "Der Besuch von Pelosi in Taiwan war sinnvoll und überfällig"

Nach dem Taiwan-Besuch der US-Politikerin Nancy Pelosi hat China mit militärischen Manövern rund um den Inselstaat im Westpazifik begonnen. Marcus Faber, FDP-Mitglied des Verteidigungsausschusses, warnt vor einer möglichen chinesischen Invasion in den kommenden Jahren.

Die chinesische Führung wertet den Besuch der US-Demokratin und Vorsitzenden des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi als grobe Einmischung der USA in ihre Angelegenheiten. Als Reaktion hat China mehrere militärische Manöver in unmittelbarer Nähe des Inselstaats im Westpazifik gestartet. Marcus Faber, FDP-Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender der Deutsch-Taiwanesischen Gesellschaft, befürchtet eine chinesische Invasion in den kommenden Jahren.

Experten, die schon vor einem Angriff Russlands auf die Ukraine gewarnt hätten, würden jetzt auch vor einem Angriff Chinas auf Taiwan warnen, sagt der Verteidigungspolitiker. "Die Diktaturen dieser Welt sind aggressiv und darauf muss man sich auch einstellen." Faber warnt vor einer chinesischen Angriff auf Taiwan in den nächsten fünf bis acht Jahren.

Demokratien müssen sich gegenseitig den Rücken stärken

 

"Wir sehen, dass die chinesische Diktatkur massiv aufrüstet." Das gelte insbesondere für die chinesische Marine, die heute schon die größte der Welt sei, so das Mitglied des Verteidigungsausschusses. "Da ist natürlich irgendwann die Frage, ob Taiwan, auch mit Unterstützung, einen Angriff noch abwehren kann."

Den Besuch von Nancy Pelosi in Taiwan sieht Faber dabei nicht als Fehler. "Es ist völlig normal, dass man sich unter Demokraten gegenseitig in den verschiedenen Ländern besucht." Im Gegenteil sei der Besuch sogar sinnvoll und auch überfällig gewesen, findet der Verteidigungspolitiker. Es sei wichtig, dass sich die Demokratien gegenseitig den Rücken stärken. Auch Deutschland könne hier noch mehr in der Region aktiv werden.