Luftaufnahme vom Waldbrand beim Sprengplatz beim Kronprinzessinnenweg in Nikolassee im Grunewald (Bild: IMAGO / Christian Ender)
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Interview - Polizeipräsidentin Slowik: "Sprengplatz Grunewald ist die einzige genehmigungsfähige Anlage in Berlin"

Der Brand im Grunewald hält Berlin weiter in Atem. Auch weil die Löscharbeiten rund um den Sprengplatz aufgrund der Explosionsgefahr weiter schwierig bleiben. Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik ist offen für eine Verlegung des Sprengplatzes, sieht aber kaum Alternativen.

Die Berliner Feuerwehr kämpft weiter gegen den Waldbrand im Grunewald. Nachdem es am Donnerstagabend erneut Explosionen auf dem Polizeisprengplatz im Grunewald gegeben hatte, bleiben die Löscharbeiten schwierig, da die Einsatzkräfte aufgrund der Gefahr von weiteren Explosionen noch nicht in den Sperrbereich rund um den Sprengplatz vordringen konnten. Entscheidend für die weitere Brandbekämpfung sei aktuell die Situation auf dem Sprengplatz, erklärt Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik.

Ursache für Waldbrand weiter unklar

 

Am Donnerstagnachmittag habe die Polizei versucht mit einem Roboter zum Sprengplatz vorzudringen, um sich ein Bild von der dortigen Lage zu machen. Nach den erneuten Detonationen am Abend habe man sich aber vorerst wieder aus dem Sperrbereich zurückziehen müssen, so Slowik. In der Nacht konnten Polizei und Feuerwehr den Waldbrand aber zumindest innerhalb des festgelegten 1000-Meter-Sperrkreises um den Sprengplatz halten.

Ob eine Explosion auf dem Sprengplatz den Waldbrand verursacht hat, oder ob ein Feuer im Grunewald die Detonationen auf dem Polizeigelände ausgelöst hat, könne man noch nicht belastbar sagen, so die Polizeipräsidentin. Grundsätzlich sei das Areal aber ausreichend gesichert. Neben verschiedenen Sicherheitsvorkehrungen gebe es auch einen Objektschutz, der rund um die Uhr vor Ort sei.

Kaum Alternativen zum Sprengplatz Grunewald

 

Trotzdem kann die Chefin der Berliner Polizei die wieder entfachte Diskussion um die Lage des Sprengplatzes mitten in einem der berühmtesten Berliner Naherholungsgebiete verstehen. Aber Slowik sagt auch: "Aktuell ist der Sprengplatz Grunewald die einzige genehmigungsfähige Anlage auf Berliner Grund."

Da die Berliner Polizei immer noch täglich Einsätze habe, bei denen Kampfmittel entfernt werden müssen, und lange Transporte für alte Weltkriegsbomben sehr gefährlich seien, brauche es weiterhin einen nahegelegenen Sprengplatz. Da auch Brandenburg kaum Ressourcen für einen gemeinsamen Sprengplatz im Berliner Umland habe, sieht die Polizeipräsidentin aktuell wenig Alternativen zum Sprengplatz im Grunewald.