Ein Schild weist auf die Feuerwehrzufahrt zum Sprengplatz im Berliner Grunewald hin (Bild: picture alliance / Bildagentur-online)
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Interview - CDU-Politiker Standfuß zum Grunewald-Brand: "Man hätte die Gefährdung sehen können"

Der Waldbrand im Grunewald und die schwierigen Löscharbeiten haben die Diskussion um den dortigen Sprengplatz der Berliner Polizei neu angeheizt. Stephan Standfuß, CDU-Abgeordneter aus Steglitz-Zehlendorf, fordert, schnellstens einen neuen Ort für den Sprengplatz zu finden.

Schon öfter wurde über die Lage des Sprengplatzes der Berliner Polizei mitten im Landschaftsschutzgebiet Grunewald diskutiert. Der Waldbrand und die Explosionen auf dem Sprengplatz haben die Diskussion um eine Verlegung des Polizeigeländes jetzt neu entfacht. Stephan Standfuß ist direkt gewählter CDU-Abgeordneter des vom Waldbrand betroffenen Wahlkreises Steglitz-Zehlendorf. Er glaubt, dass man die Gefahr hätte vorhersehen können.

Seit 2004 bemühe sich die Berliner CDU-Fraktion darum, den Sprengplatz zu verlegen, so Standfuß. "In einem Naherholungsgebiet hätte man keine Munition mehr lagern müssen. Das ist am Ende ein Relikt aus der Zeit, in der Westberlin noch eine Insellage hatte." Spätestens jetzt müsse man sich aber auf Suche nach einem neuen Standort für den Polizeisprengplatz machen.

Ein gemeinsamer Sprengplatz in Brandenburg als Lösung?

 

Dass es bisher keine Verlegung gab, soll auch an der ablehnenden Haltung von Brandenburg liegen, einen gemeinsamen Sprengplatz im Berliner Umland festzulegen. Das sei zwar verständlich, sagt Standfuß, da sich keine Gemeinde darum reiße, gefährliches Material zwischenzulagern. Doch der Waldbrand habe gezeigt, dass der Grunewald kein geeigneter Ort sei. Der CDU-Politiker fordert deswegen neue Gespräche mit Brandenburg über einen gemeinsamen Sprengplatz außerhalb von Wohn- und Naherholungsgebieten aufzunehmen.

Bei den Explosionen in der Nacht zum Donnerstag habe man noch Glück gehabt, warnt Standfuß. "Ganz dicht da dran ist der Kronprinzessinnenweg, dort wird viel Sport getrieben, dort sind am Tag viele Naherholungssuchende unterwegs." Dass niemand verletzt wurde, sei ein großes Glück. "Aber das hätte auch anders ablaufen können und das ist Grund genug, dafür zu sorgen, dass die Munition künftig sicherer untergebracht ist."