Halbzeit bei der documenta
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Interview - Münchner Lenbach-Haus widmet sich Documenta-Ausstellungen

Es ist Halbzeit bei der Documenta-Ausstellung in Kassel. Die Antisemitismus-Vorwürfe wegen eines Banners eines indonesischen Kunst-Kollektivs wiegen nach wie vor schwer. Matthias Mühling, Direktor des Münchner Lenbach-Hauses, rät zu mehr Abstand für eine abschließende Beurteilung.

Das Münchner Lenbach-Haus beschäftigt sich in seiner aktuellen Ausstellung mit dem Titel „Was von hundert Tagen übrig blieb“ den vergangenen 14 Ausgaben der Weltkunstschau documenta. Mit Blick auf die aktuelle Debatte um die diesjährige Documenta resümiert Matthias Mühling, dass "erst mit historischem Abstand klar wird, was eigentlich von einer documenta übrig bleibt."

Ausstellung mit nachhaltigen Effekten

 

Der Direktor des Lenbach-Hauses rät zu Ruhe und Konzentration, um zu beurteilen, was gut und schlecht lief. Eine These der Ausstellung im Lenbach-Haus sei, dass es sich bei der Documenta nicht nur um eine Ausstellung, sondern um ein Ereignis handele, welches nachhaltige Effekte auf die Museumslandschaft in Deutschland habe. Von der ersten Ausgabe an sei die Documenta ein großes Medienereignis gewesen.

Fokussierte Wiedergabe der zeitgenössischen Debatten

 

Es gehe darum, drängende Probleme der Gesellschaft aufzugreifen. Mühling nennt dabei Antisemitismus, strukturellen Rassismus und eine ungerechte Verteilung von Ressourcen. Viele Probleme gingen ursächlich auf eine koloniale Vergangenheit zurück. "Und diese Themen sind - gut oder schlecht - auf dieser Documenta fokussiert für viele, viele Menschen werden die dort diskutiert", so Mühling.