Die Berliner Siegessäule ohne Beleuchtung in der Nacht
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Interview - Vize-Präsident des Städtetags zur Energiekrise: "Müssen uns auf das Schlimmste vorbereiten"

Deutschland muss Energie sparen, um möglichst schnell unabhängig von russischem Gas zu sein. Der Vize-Präsident des Deutschen Städtetags, Ulf Kämpfer (SPD), fordert verbindliche Vorgaben vom Bund und einen Ausgleich für soziale Härten.

Die sozialen Folgen der Gaskrise beunruhigten Ulf Kämpfer sehr. Der Kieler Oberbürgermeister ist stellvertretender Präsident des Deutschen Städtetags. Es sei noch nicht abzusehen, wie schwierig es im Winter werde: "Da sind sehr viele Unbekannte - von der Witterung bis zu Putin."

Zudem seien die sozialen Folgen mannigfaltig, wenn etwa Betriebe Menschen entlassen müssten, die Inflation, die sich in vielen Bereichen indirekt zeige und die hohen Kosten für Heiz- und Stromkosten selbst. Auch die Kommunen würden dadurch belastet - etwa wenn die Heizkosten übernommen werden oder Menschen arbeitslos werden.

Kieler Oberbürgermeister: "Wir brauchen jetzt Entschlossenheit"

 

Man müsse nun auf der Einsparseite viel tun, so Kämpfer - das gelte für private Haushalte, Unternehmen und Kommunen. Er fordert vom Bund verbindliche Vorgaben, denn es gehe um die Verfügbarkeit von Gas. Der Vize-Chef des Deutschen Städtetags warnt davor, Maßnahmen mit der Gießkanne auszuschütten. Er will einen sozialen Ausgleich gerade für die Menschen mit wenig Geld.

Für die Kommunen stünden auch schwierige Entscheidungen bevor: "Ich will natürlich lieber den Schwimmunterricht noch stattfinden lassen, dann werde ich eher die Sauna im Schwimmbad dicht machen", so Kämpfer. "Wir müssen uns auf das Schlimmste vorbereiten und deswegen brauchen wir jetzt die Entschlossenheit und das Bewusstsein freiwillig, aber auch verbindlich durch den Bund."

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