Amira Mohamed Ali, Vorsitzende der Fraktion Die Linke im Bundestag, spricht zu den Delegierten beim Bundesparteitag der Linken in der Messe Erfurt.
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Interview - Mohamed Ali (Linke) für Verhandlungen mit Russland

Angesichts der drohenden Gaskrise sollte sich Deutschland mehr für diplomatische Lösungen mit Russland bemühen, sagt Amira Mohamed Ali, Faktionschefin der Linkspartei im Bundestag. Es gehe nicht, dass die Menschen im Winter ihre Wohnungen nicht mehr heizen können.

Amira Mohamed Ali fordert von der Bundesregierung mehr diplomatische Anstrengungen im Ukraine-Krieg. "Ich denke auch, dass Deutschland nicht genug tut, ich denke, dass Deutschland mehr tun müsste, um zu einer diplomatischen Lösung kommen zu können."

Sie halte es beispielsweise für wichtig, dass Außenministerin Annalena Baerbock (Bündnis90/Die Grünen) intensiver versuche, Kontakte aufzunehmen mit den Ländern, mit denen jetzt gerade Russland versuche, sich wirtschaftlich unabhängig zu machen von der EU. Als Beispiele nannte Ali China und Indien.

Mohamed Ali: "Es geht nicht, dass wir hier im Winter die Wohnungen nicht mehr heizen können."

 

"Es ist in der Tat ein riesengroßes Problem, wenn Russland aufhört, an Deutschland Gas zu liefern“, sagte Ali. "Und an der Stelle muss man sagen, müssen alle Wege bemüht werden, um das zu verhindern, denn das wäre eine völlige Katastrophe."

Mohamed Ali räumt ein, sie würde sich auch etwas anderes wünschen, als mit Moskau verhandeln zu müssen, wo jetzt der russische Präsident Wladimir Putin diesen furchtbaren Angriffskrieg gegen die Ukraine führe, der durch nichts zu rechtfertigen sei. "Aber es geht eben nicht, dass Deutschland in eine Situation gerät, dass wir hier im Winter die Wohnungen nicht mehr heizen können, dass ganze Industriezweige lahmgelegt werden." Das habe katastrophale Folgen für die gesamte Bevölkerung, das dürfe man nicht riskieren, so Mohamed Ali.

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Schröder hatte nach einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin erklärt, dass Russland eine Verhandlungslösung anstrebe. Vielleicht könne man die Einigung bei den Getreide-Exporten langsam zu einem Waffenstillstand ausweiten, so Schröder.

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