Ein Sonnenblumenfeld vor dem Atomkraftwerk Isar2 in Bayern
Sven Simon
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Interview - FDP-Fraktionsvize Köhler: Atomkraft bis ins Frühjahr verlängern

In der Ampelkoalition bleibt eine mögliche Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke umstritten. Lukas Köhler, stellvertretender Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion, spricht sich dafür aus, die Meiler bis zum Frühjahr laufen zu lassen. Er begründet das mit der Gasknappheit und einer möglichen Stromlücke im Winter.

FDP-Fraktionsvize Lukas Köhler spricht sich dafür aus, die drei in Deutschland noch verbliebenen Atomkraftwerke laufen zu lassen – "und zwar so lange, wie die Heizperiode andauert". Er gehe dabei von März oder April aus. Es sei richtig, jetzt die Debatte darüber zu führen.

Als einen Grund für den längeren Betrieb der Atomkraftwerke gibt der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion den Gasmangel an: "Wir sehen, dass wir jetzt im Moment schon mehr Gas verstromen als Atomenergie. Wenn wir die dann abschalten, müssten wir ja noch mehr Gas verstromen über den Winter und Gas wird knapp."

FDP-Fraktionsvize Köhler: Sorge vor Stromlücke

 

Ein zweiter Grund sei die Sorge, dass Deutschland in eine Stromlücke gerate. Im europäischen Ausland gebe es bei der Versorgung aktuell Problem. Außerdem erwartet Köhler eine höhere Nachfrage im Winter, da sich viele Deutsche gerade mit elektrischen Heizlüftern ausstatten würden, die viel Strom verbrauchten: "Wenn wir da in eine Lücke laufen, haben wir ein Problem."

Streckbetrieb als "pragmatische Lösung"

 

Trotz des Aufwands, um einen Streckbetrieb zu ermöglichen, hält der FDP-Politiker diesen für angebracht: "Alles, was wir tun können, um über diesen Winter gut zu kommen, das lohnt sich." Es müsse über alles diskutiert und pragmatische Lösungen angeboten werden, wie Deutschland genügend Energie und Gas haben könnte.

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