Zwei kleine Flaggenv von Taiwan.
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Interview - Chinaexperte zu Taiwan: Zunehmend eigene Identität entwickelt

Das Thema Taiwan belastet die Beziehung zwischen den USA und China enorm. Gerhard Stahl, Professor an der Peking-Universität, sagt, dass das neue Selbstverständnis der Menschen dort die politische Diskussion brisanter mache. Erstmals gebe es sehr viel Rückhalt für eine eigene taiwanesische Identiät.

Lange Zeit hätten weder Taiwan noch Peking bestritten, dass zu China Taiwan gehöre, sagt Gerhard Stahl. Er war lange Zeit hochrangiger EU-Beamter in Brüssel und ist jetzt Professor an der Business School der Peking-Universität in Shenzhen. "Allerdings hat sich jetzt mit den Jahrzehnten der unabhängigen Entwicklung in Taiwan auch ein neues Selbstverständnis entwickelt", sagt er.

Chinaexperte: Viele in Taiwan haben Wunsch nach Unabhängigkeit entwickelt

 

Insbesondere die jüngere Generation habe zunehmend eine eigene taiwanesische Identität gebildet. Damit hätten viele den Wunsch nach Unabhängigkeit von der Volksrepublik China entwickelt, so Stahl. Auch in der US-Politik gebe es Stimmen, die forderten, Taiwan offiziell anzuerkennen.

Möglicher Taiwan-Besuch von Nancy Pelosi

 

Damit ein möglicher Taiwan-Besuch von Nancy Pelosi, Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, nicht zu Verwerfungen führe, dürfe dieser nicht ein weiteres Symbol dafür sein, dass die Ein-China-Politik in Frage gestellt werde. Es sei sehr wichtig, "dass eine solche hochrangige Anwesenheit einer Repräsentationsfigur der USA nicht interpretiert werden kann als eine Abkehr von der Ein-China-Politik."

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Ein Junge trägt ein T-Shirt, das mit der Flagge von Taiwan bedruckt ist.
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Newsjunkies - Taiwan: Wagt China den Angriff?

Nancy Pelosi will nach Taiwan reisen. In China ist man außer sich. Und Joe Biden? Der versucht irgendwie die Wogen zu glätten. Die Angst vor einem Angriff Chinas auf Taiwan ist real. Nicht zuletzt seit dem Krieg gegen die Ukraine. Martin Spiller und Ann Kristin Schenten fragen sich: Eskaliert das?