Sonnenuntergang hinter der Siegessaeule in Berlin
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Interview - Fachverband: Weniger Licht an Wahrzeichen bringt nicht viel

Berlin schaltet an rund 200 Wahrzeichen die Beleuchtung ab. So will der Senat Strom sparen und ein Zeichen setzen. Die Wahrzeichen nicht zu beleuchten, bringe aber gar nicht viel, sagt Soheil Moghtader vom Fachverband Licht beim Verband der Elektro- und Digitalindustrie. Man müsse sich vielmehr um die Straßenbeleuchtung kümmern.

Beim Einsparen von Energie müsse man immer auch die Relationen betrachten, so Moghtader. In einer Großstadt wie Berlin spielten die Gebäude eine sehr wichtige Rolle. "Wenn wir uns anschauen, wie viel Strom diese Gebäude verbrauchen, dann spielt die Anstrahlung dieser besonderen Plätze - wie Brandenburger Tor oder Straße des 17. Juni - im Prinzip kaum eine Rolle." Man müsse außerdem bedenken, dass durch das Abschalten der Beleuchtung ein Teil der Architektur verlorengehe.

In der Stadt seien die Straßen- und Platzbeleuchtung wichtig, vor allem für die Verkehrssicherheit, so der Experte des Verbands. Man könne nicht einfach jede zweite Laterne ausschalten, sie müssten umgerüstet werden, um Energie zu sparen - etwa mit LED. "Wir haben schon sehr, sehr gute Fortschritte gemacht in Deutschland", sagt Moghtader. "Aber ich denke, dass wir da schon noch Verbesserungspotential haben."

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