Viele Flugzeuge der Lufthansa stehen am Boden auf dem Flughafen Franz Josef Strauss in München.
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Interview - Ver.di zu Lufthansa-Streik: Keine Zeit über Monate zu verhandeln

Die Gewerkschaft ver.di hat das Bodenpersonal der Lufthansa aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Mehr als 1000 Flüge fallen aus. Christine Behle aus dem ver.di-Vorstand sagt, der Streik sei jetzt notwendig: "Tatsächlich haben wir keine Zeit, um über Monate zu verhandeln." Es brauche Perspektiven für die Beschäftigten.

Die stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft ver.di, Christine Behle, verteidigt den Zeitpunkt des Warnstreiks bei der Lufthansa. Die Situation an den Flughäfen und auch bei den Beschäftigten sei derzeit "extrem angespannt".

Das Problem sei, dass die Lufthansa in den vergangenen Jahren nicht mehr in das Personal investiert habe, so Behle. Der Personalabbau während der Corona-Pandemie sei dabei "nur die Spitze des Eisbergs" gewesen. Auch davor sei nicht genug für das Personal getan worden.

Behle (ver.di) zum Streik: Personal war Sparschwein der Lufthansa

 

"Das Personal war wirklich das Sparschwein der Lufthansa. Und das rächt sich jetzt. Man findet kaum noch Personal", sagt die stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft. Es sei deswegen wichtig, jetzt zu investieren: "Nicht nur in neue Flugzeuge, modernes Gerät, sondern auch in die Menschen."

Gewerkschaft: "Wir machen ein starkes Signal an die Lufthansa"

 

Weitere Streiks vor Beginn der nächsten Verhandlungsrunde mit der Lufthansa Anfang August schließt Behle aus: "Wir machen heute ein starkes Signal an die Lufthansa."Je nach Ergebnis dieser Verhandlungen seien weitere Streiks danach aber möglich. Das hänge davon ab, ob die Lufthansa einlenke.

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Terminal 1 des Hauptstadtflughafens Berlin-Brandenburg (BER) (Bild: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)
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