Ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes "Security GSO" steht im Prinzenbad am Beckenrand.
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Interview - Berliner Bäder-Betriebe: "Gewalttaten sind Einzelfälle"

Immer wieder kommt es in Berliner Freibädern zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, zuletzt am Dienstag im Columbiabad in Neukölln. Der Vorstandschef der Berliner Bäder-Betriebe, Johannes Kleinsorg, sagt, solche Vorfälle passierten vor allem, wenn es voll in den Bädern ist. An heißen Tagen verstärke man deshalb eigenes Personal und Wachschutz.

Beim jüngsten Vorfall in Neukölln sei es den Randalierern deshalb gelungen, noch einmal ins Bad zu kommen, weil sie am Abend - kurz vor der Schließung - zurückkamen, erklärt Kleinsorg. "Da werden die Tore ganz aufgemacht, weil viele Familien das Bad gleichzeitig verlassen." Das hätten die Verdächtigen genutzt und nach seinem Kenntnisstand das Personal angegriffen. Die Polizei sei jetzt dabei, den Fall aufzuklären, so der Vorstandschef der Bäder-Betriebe.

Die Gewalttaten hätten aus seiner Sicht nicht unbedingt mit den Bädern zu tun, sondern ganz generell mit sozialen Problemen in Berlin, meint Kleinsorg. "Leider scheint das gesamtgesellschaftliche Konfliktpotential angestiegen zu sein", sagt er. Solche "kriminellen Aktivitäten" in den Bädern seien Einzelfälle.

"Nicht abschrecken lassen"


Kleinsorg lobt die gute Arbeit der Konfliktlotsen, die in vielen Berliner Freibädern unterwegs sind. "Aber wenn es natürlich zu kriminellen Aktivitäten kommt, […] ist einfach auch die Polizei gefordert." Dennoch rate er Badegästen, sich von diesen Einzelvorfällen nicht abschrecken zu lassen, so der Vorstandschef.

Die Bäder-Betriebe bereiteten sich entsprechend vor, wenn besonders heiße Tage angekündigt sind. "Wir verstärken unser eigenes Personal, wir verstärken den Wachschutz und die Zusammenarbeit mit der Polizei, wenn wir wissen, dass wir solche Tage vor uns haben."