Blick über den Waginger See von Tettenhausen
Martha Feustel
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Interview - Welche Rolle spielen Pflanzen für die Wasserqualität?

Bei Badegästen sind sie unbeliebt, für die Natur aber eher ein gutes Zeichen: Wasserpflanzen waren in der Region jahrzehntelang fast ausgestorben, sagt Sabine Hilt vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie. Dass sie zurück sind, spreche für eine verbesserte Wasserqualität - doch der Klimawandel könnte in den Gewässern für neue Probleme sorgen.

Dass wieder mehr Wasserpflanzen in heimischen Gewässern wachsen, sei ein Ausdruck dafür, dass sich die Lichtbedingungen unter Wasser verbessert haben, so Hilt. "Das ist zunächst mal ein Zeichen der Verbesserung der Wasserqualität in vielen von unseren Gewässern." Typische Wasserpflanzen in der Region seien etwa das Nixkraut oder das Hornblatt.

Wasserpflanzen hemmen Algenwachstum

 

Andererseits könne es durch zu viele Nährstoffe in den Gewässern teils zu einem übermäßigen Pflanzenwachstum kommen. Das könne ökologische Störungen verursachen, da die Pflanzen nachts Sauerstoff verbrauchen und der Sauerstoffgehalt im Wasser dadurch drastisch sinken könne, erklärt Hilt.

Wasserpflanzen könnten das Algenwachstum in Gewässern hemmen. Auch das verbessere die Wasserqualität. "Oft wird gerade in sehr pflanzenreichen Gewässern auch bei relativ hohen Nährstoffkonzentrationen ein relativ geringe Algenkonzentration festgestellt", sagt die Gewässerökologin.

Klimawandel: Anstieg der Wassertemperatur sorgt für Probleme

 

Auch Muscheln könnten die Wasserqualität verbessern, da sie das Wasser filtrieren und dabei Partikel und Algen aus dem Wasser entnehmen. Die eingewanderten Quagga-Muscheln könnten zwar ein Problem für einheimische Muschelarten sein, weil sie diese überwachsen und sehr dichte Teppiche bilden. Für die Wasserqualität zeige sich aber ein positiver Effekt. "Dadurch ist es eben seit zehn Jahren hier auch deutlich zu spüren, dass wir größere Sichttiefen beobachten", sagt Hilt.

Durch den Klimawandel und häufigere Hitzeperioden ist damit zu rechnen, dass sich die Wassertemperatur erhöht. "Das hat sehr viele zum Teil sehr drastische Konsequenzen", sagt Hilt. Ab einem bestimmten Grenzwert könnten Muscheln das Wasser nicht mehr filtrieren. Das führe zu einem Anstieg des Algenwachstums sowie der teils toxischen Cyano-Bakterien, die die typische Grünfärbung des Wassers hervorrufen und auch für die Trinkwasserproduktion problematisch sein könnten, erklärt die Wissenschaftlerin.

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