Ausgetrockneter Boden infolge des steigenden Meeresspiegels in Satkhira in Bangladesh (Bild: IMAGO / NurPhoto)
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Interview - Deutschland plant Klima-Schutzschirm für ärmere Länder

Um die Schäden, die der Klimawandel weltweit verursacht, abzufedern, will die Bundesregierung einen globalen Schutzschirm einrichten. Die Industrieländer hätten eine besondere Verantwortung, betont Jochen Flasbarth (SPD), Staatssekretär im Entwicklungsministerium. Alle G7-Staaten wollten sich an dem Schutzschirm beteiligen.

Es gehe darum, Ländern zu helfen, die besonders vom Klimawandel betroffen sind. Meist hätten diese Länder selbst nicht zum Klimawandel beigetragen, so Flasbarth. "Diese Länder sagen schon länger: Ihr habt uns das eigentlich alles angetan, wir sind von Katastrophen betroffen und haben gar keine Möglichkeit, darauf zu reagieren", so der Staatssekretär. Die Industrieländer hätten deshalb eine besondere Verantwortung.

Versicherungsschutz für betroffene Menschen

 

Ziel des Schutzschirms sei es, den Ländern im Katastrophenfall schnell umfassende Hilfe zukommen zu lassen. Neben staatlichen Hilfen zum Wiederaufbau von Infrastruktur nach Umweltkatastrophen umfasse der Schutzschirm auch einen Versicherungsschutz für Menschen in den betroffenen Ländern. Ziel sei es, 400 Millionen Menschen einen Versicherungsschutz zu bieten, der von den Industriestaaten finanziert wird, erklärt der Entwicklungs-Staatssekretär.

Beim Gipfel in Elmau hätten sich alle G7-Staaten dazu verpflichtet, sich an dem Klima-Schutzschirm zu beteiligen – ebenso wie die Weltbank. "Ich glaube, das ist ein sehr großer, wichtiger Schritt in die richtige Richtung", so der Staatssekretär.