In der Laib und Seele-Ausgabestelle in Berlin verteilt eine ehrenamtliche Mitarbeiterin einen Eisberg Salat (Bild: dpa / Christophe Gateau)
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Interview - VdK-Präsidentin Bentele: Brauchen zügige Hartz-IV-Erhöhung

Die Lebensmittel sind deutlich teurer geworden, Tanken auch und die Strom- und Heizkostenabrechnung kommt erst noch. Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, fordert deshalb, dass die Regelsätze nun zügig erhöht werden. Im Herbst sei es dafür zu spät, da bereits jetzt die Preise deutlich gestiegen seien.

Die Bundesregierung dürfe angesichts der Inflation mit einer Hartz-IV-Erhöhung nicht mehr warten, so Bentele. "Da muss schon relativ zügig was passieren. Ich würde mir wünschen, dass wir eben nicht erst im Herbst oder wann auch immer eine Erhöhung bekommen", sagt die Chefin des Sozialverbands VdK.

VdK-Präsidentin Bentele: Nicht am Sozialstaat sparen

 

Die Absage der FDP an eine Hartz-IV-Erhöhung findet Bentele problematisch. Sie hoffe, dass sich die Koalitionspartei nicht durchsetze. Es dürfe nicht gespart werden beispielsweise bei Menschen, die im Alter Grundsicherung brauchen. "Ansonsten wird der Ärger der Menschen wirklich riesig", sagt die Verbandspräsidentin. Die Ampelparteien müssten sich an ihrer Aussage messen lassen, dass am Sozialstaat nicht gespart werde.

Staat muss mehr Geld einnehmen

 

Statt an der Schuldenbremse festzuhalten, müsse sich die Bundesregierung fragen, wie der Staat mehr Geld einnehmen könne. Bentele befürwortet eine Steuer auf Erbschaften und eine Vermögensabgabe. Als Entlastung für die Bürgerinnen und Bürger schlägt sie vor, die Mehrwertsteuer auf Obst und Gemüse zu streichen. Das helfe allen Menschen und Armen überproportional. Außerdem solle der Mindestlohn auf 13 Euro erhöht werden.