Fahrgäste kaufen an einem Automaten der Bahn Tickets.
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Interview - Verkehrsunternehmen: 69-Euro-Ticket kann ÖPNV dauerhaft vereinfachen

Die Nachfrage nach dem 9-Euro-Ticket ist riesig: 31 Millionen Menschen nutzen es für den Nahverkehr. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) schlägt jetzt einen Nachfolger vor. Ein 69-Euro-Ticket würde das Bus- und Bahnfahren für die Menschen in ganz Deutschland einfacher machen, sagt Präsident Ingo Wortmann.

Mit rund zwei Milliarden Euro Kosten rechnet der VDV für sein vorgeschlagenes 69-Euro-Ticket. Das sei für die Zukunft realistischer als das auf drei Monate begrenzte Angebot: "Das 9-Euro-Ticket hat natürlich einen Preis, mit dem man dauerhaft kein Ticket anbieten kann", sagt Ingo Wortmann. Funktionieren solle die Fahrkarte für 69 Euro im Monat aber genauso. So gewinne man erheblich an Einfachheit.

Nachfolger des 9-Euro-Tickets: VDV fordert zusätzliche Mittel

 

Die Zuschüsse für das vergünstige Angebot soll nach Vorstellung des VDV der Bund übernehmen. Außerdem brauche es zusätzliche Mittel, um das Mehrangebot zu finanzieren, denn: "Mit 69 Euro plus einem Tarifausgleich kann man keinen wachsenden ÖPNV gestalten", sagt Wortmann. Mit zusätzlichen Geldern müssten die Kapazitäten im Nahverkehr deutlich ausgebaut und so die Attraktivität des Angebots gesteigert werden.

69-Euro-Ticket: Verkehrsunternehmen wollen auch Autofahrer erreichen

 

Der Verband will mit dem Angebot vor allem Menschen erreichen, die sonst mit dem Pkw unterwegs sind: "Womöglich findet sich dann auch eine treue Schar von Kunden, die dieses 69-Euro-Ticket kauft und dann das Auto auch mal stehen lässt."