Windpark beim ostwestfälischen Ort Energiestadt Lichtenau
Jochen Tack
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Interview - Energiekrise: Städte- und Gemeindebund fordert Rettungsschirm

Seit Montag laufen Wartungsarbeiten an der Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 - und es gibt Spekulationen, dass Russland auch danach kein Gas mehr liefern könnte. Die Lage der Stadtwerke sei jetzt schon dramatisch, warnt Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes. Sie müssten einen Rettungsschirm bekommen.

Die Kommunen seien durch Schulen, Sporthallen, Kindergärten und andere öffentliche Gebäude die größten Immobilienbesitzer in Deutschland, betont Landsberg. "Da ist ein enormes Einsparpotential. Das müssen wir jetzt heben", sagt er. Denn alles jetzt gesparte Gas helfe dann im Herbst und Winter. Der Städte- und Gemeindebund habe die Kommunen aufgerufen, Konzepte zu erarbeiten.

Landsberg beklagt vor allem die schwierige Lage der Stadtwerke: "Wir müssen befürchten, dass sie in eine Schieflage kommen. Sie müssen ja jetzt für ganz, ganz viel geld das Gas einkaufen […], können den Preis aber nicht weitergeben." Das halte ein Stadtwerk auf Dauer nicht durch, betonte er. "Deswegen brauchen wir einen Rettungsschirm für die Stadtwerke."

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Rohrsysteme und Absperrvorrichtungen in der Gasempfangsstation der Ostseepipeline Nord Stream 1 und der Übernahmestation der Ferngasleitung OPAL (Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung).
dpa

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