Dampf kommt aus den Kühltürmen des Braunkohlekraftwerkes Niederaußem (Bild: dpa / Federico Gambarini)
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Interview - Lang (Grüne): "Kohle bleibt ein Irrweg"

Die Ampelkoalition will bei einem Gasengpass wieder mehr Kohlekraftwerke für die Stromerzeugung nutzen. Trotzdem halte die Bundesregierung an ihren Klimazielen fest und wolle bis 2030 aus der Kohle aussteigen, sagt die Bundesvorsitzende der Grünen, Ricarda Lang.

Natürlich bereite es ihr Bauchschmerzen, Kohlekraftwerke länger laufen zu lassen. Doch die Bundesregierung müsse Verantwortung für die Menschen in Deutschland und die Versorgungssicherheit im Herbst und Winter übernehmen, so Lang. "Deshalb ist es richtig, dass wir jetzt die Kohlekraftwerke länger aus der Reserve holen, aber gleichzeitig müssen wir natürlich alle Anstrengungen unternehmen, damit wir es trotzdem schaffen, 2030 aus der Kohle auszusteigen."

Bundesregierung will Pariser Klimaabkommen einhalten

 

Kohle bleibe ein Irrweg, trotz der aktuellen Entwicklungen. Die Bundesregierung treibe den Ausbau erneuerbarer Energien massiv voran. Fossile Energien machten Deutschland angreifbar und verwundbar. Der Ausstieg aus der Kohle sei deshalb auch eine Maßnahme für mehr Demokratie und Sicherheit. "Energiepolitik ist Sicherheitspolitik", sagt die Grünen-Chefin.

Um von russischem Gas unabhängig zu werden, müsse Deutschland kurzfristig Wege gehen, die klimapolitisch schaden. Es gebe aber gerade ein Fenster, in dem viele Menschen die Notwendigkeit von tiefgreifenden Veränderungen nachvollziehen können. Dieses Fenster müsse man jetzt für schwierige Schritte beim Ausbau der erneuerbaren Energien nutzen. "Dann haben wir nach wie vor die Chance, das Pariser Klimaabkommen einzuhalten", sagt Lang.

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