Der russische Außenmister Sergej Lawrow, beim G20-Gipfel der Außenministerinnen und -Außenminister in Indonesien.
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Interview - Russland bei den G20: "Die Flucht vor der Kritik"

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat beim Treffen der G20-Außenminister auf Bali direkt nach seiner Rede den Saal verlassen. Nils Schmid, außenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, wertet das als Zeichen, dass es wenig Unterstützung für Russland gibt.

Lawrows Abgang sei "die Flucht vor der Kritik", so Schmid. Russland scheue die kritische Auseinandersetzung und wolle sich seine Propaganda nicht zerreden lassen.

Schmid: Wenig Hoffnung für Diplomatie

 

Es sei wichtig, dass westliche Vertreterinnen und Vertreter an dem Treffen teilnehmen, um das Feld nicht Russland und potentiellen Unterstützern zu überlassen. Diese Präsenz wirke sich offenkundig aus, sonst hätte Lawrow das Treffen nicht vorzeitig verlassen, meint Schmid.

Leider müsse man jedoch anerkennen, dass die Mittel der Diplomatie gegenüber Russland sehr schwach seien. Lawrows Verhalten symbolisiere auch, dass Russland nicht zu ernsthaften Gesprächen mit der Ukraine bereit sei. "Ich habe im Moment keine Hoffnung, dass es kurzfristig zu wirklich seriösen Verhandlungen über den Ukraine-Krieg kommt", sagt Schmid.