Das Kohlekraftwerk Schwarze Pumpe zeichnet sich vor der aufgehenden Sonne ab, aufgenommen in Neupetershain.
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Interview - Betriebsrat vom Kraftwerk Jänschwalde: "Wir sind bereit"

Vor zwei Jahren wurde das Kohlegesetz verabschiedet und der Ausstieg aus der Kohle beschlossen. Aufgrund des Ukraine-Krieges könnte wieder mehr Kohle gebraucht werden. Maik Rolle, Vorsitzender des Betriebsrats bei der LEAG, dem Betreiber des Kohlekraftwerks Jänschwalde, zeigt sich auf diese Situation vorbereitet.

Im Lichte des Ukraine-Kriegs und der daraus resultierenden Energieknappheit erscheint Kohle-Strom wieder als Retter in der Not. Dass das Kraftwerk Jänschwalde wieder an Bedeutung gewinnen könnte, sieht Maik Rolle, Vorsitzender des Betriebsrats, als Sonderfall. Es stelle sich für ihn nicht die Frage, ob man froh darüber sei, aber: "Wir sind bereit und versuchen, das hinzukriegen".

Personalmangel in Jänschwalde

 

Eigentlich stehen die Zeichen auf Stellenabbau in Jänschwalde. Durch die neue Situation könnten wieder neue Kräfte gebraucht werden. Da werde man sich in der Lausitz umsehen müssen, die LEAG schreibe gerade viele Jobs aus, die zwangsläufig gebraucht würden, sagt Rolle: "Wir brauchen über 100 Mitarbeiter".

Speicherkraft-Projekt

 

Man habe sich Gedanken gemacht, was passieren müsse, wenn ein Kraftwerk außer Betrieb gehe, schildert Rolle. Man habe dafür ein innovatives Speicherkraftwerk als Projekt entwickelt. Jänschwalde sei der erste Standort, der 2028 außer Betriebe gehe. Das Projekt werde in Jänschwalde ausprobiert, um es dann auf andere Standorte auszuweiten.