Symbolbild: UN-Ozeankonferenz in Lissabon
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Interview - Klimaforscher: Staaten müssen mehr für den Ozean tun

Auch wenn am Ende der zweiten UN-Ozeankonferenz nur freiwillige Verpflichtungen zum Schutz der Meere stehen werden - diese Konferenzen sind wichtig, sagt Klimaforscher Martin Visbeck vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung. Denn nur so könne man den Mitgliedsstaaten klar machen, wie wichtig die Ozeane seien.

Die Weltmeere machen 71 Prozent der Erdoberfläche aus, produzieren über die Hälfte des Sauerstoffs, den wir atmen und absorbieren rund ein Viertel aller CO2 Emissionen. Sie sind unverzichtbar für das Leben auf der Erde. Und trotzdem: Sie sind bedroht. Unter anderem durch Vermüllung, Überfischung und den Klimawandel.

Wie kann man dieser Entwicklung entgegenwirken und die Meere besser schützen? Das ist Thema auf der UN-Ozeankonferenz in Lissabon. Ihr Ziel ist es, "die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen davon zu überzeugen, mehr für den Ozean zu tun, als sie zum Teil schon machen", sagt der Ozeanograph und Klimaforscher Martin Visbeck vom GEOMAR, dem Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel.

Bedeutung der Ozeane in der Politik "oft nicht so bekannt"

Es gehe darum, den Mitgliedsstaaten deutlich zu machen, "wie wichtig der Ozean für ihr Leben ist, für unser Leben ist, für die Wirtschaft", sagt Visbeck. "Die Wissenschaft kennt das natürlich schon länger, aber in den politischen Runden ist das oft nicht so bekannt – und genau dazu helfen diese Konferenzen."

Doch auch jeder Einzelne könne etwas zum Schutz der Ozeane tun, so Visbeck: Sich informieren, weniger oder gar kein Plastik verwenden, sich für die Energiewende stark machen und sich für eine nachhaltige Ernährung – sprich weniger Fleischkonsum und behutsamer Fischfang – engagieren.