Ein paar Münzen in den Händen eines alten Menschen
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Interview - Volkssolidarität warnt vor massiver Zunahme von Altersarmut

Ab 1. Juli steigen die Renten in Deutschland, im Westen um über fünf, im Osten sogar um mehr als sechs Prozent. Trotzdem leben viele Rentnerinnen und Rentenr weiter in Armut. Das Problem werde sich in den nächsten Jahren noch massiv verschärfen, sagt Ines Große, Vorstandschefin der Volkssolidarität Brandenburg.

Als armutgsgefährdet werden Menschen eingestuft, deren monatliches Nettoeinkommen unter 958 Euro liegt, erklärt Große. Besonders alleinstehende Frauen, Menschen ohne Berufsausbildung, mit niedrigen Qualifikationen und Langzeitarbeitslose seien von Altersarmut bedroht. Akut seien besonders Neurentnerinnen und -rentner aus den neuen Bundesländern betroffen.

Verdopplung der Menschen in Altersarmut in Brandenburg erwartet

 

"Die Problematik wird insbesondere für diejenigen groß werden, die jetzt aktuell oder in den nächsten Jahren in die Rente einsteigen", sagt Große. Man gehe davon aus, dass die Zahl der Rentnerinnen und Rentner, die in Brandenburg in Armut leben, sich in den nächsten 20 Jahren von fünf auf fast elf Prozent mehr als verdoppeln werde. Nach der Wende hätten diese Menschen oft für längere Zeit ihre Arbeit verloren, sich komplett neu orientieren müssen oder seien in prekäre Arbeitsverhältnisse gerutscht. Diese Biographien schlügen sich jetzt auf die Renten nieder, erklärt Große.

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Bei "Wir müssen Reden" dem Bürgertalk im rbb Fernsehen geht es heute Abend auf dem Luisenplatz in Potsdam ab 20:15 Uhr um das Thema "Rente reicht nicht - Wird Altersarmut Alltag?".

Das rbb-Fernsehen überträgt die Diskussion live. Sie können die Sendung aber auch vor Ort mitverfolgen und live an der Diskussion auf dem Luisenplatz teilnehmen.

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