Martin Schirdewan (Die Linke), steht auf der Bühne, bevor er zum Parteivorsitzenden gewählt wird beim Bundesparteitag der Linken in der Messe Erfurt.
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Interview - Schirdewan: Linke muss die "Brot-und-Butter-Themen" stärken

Zusammen mit Janine Wissler ist er der neue Parteichef der krisengeschüttelten Linken: Der Europa-Abgeordnete Martin Schirdewan. Er sagt, die Linke müsse vor allem ihr Profil in der Öffentlichkeit wieder schärfen - es gehe jetzt dringend um die explodierenden Energie- und Lebensmittelpreise.

"Die Leute wissen nicht, wie sie am Ende des Monats noch ihre Stromrechnung zahlen sollen", sagt Schirdewan. "Das ist für uns ein ganz zentrales Thema. Es braucht einen Energiepreisdeckel." Seine Partei wolle sich außerdem für ein Verbot von Nahrungsmittelspekulationen einsetzen. "Es gibt viele Themen, denen wir uns jetzt zuwenden müssen, akut." Dazu gehöre etwa auch eine Übergewinnsteuer für große Energieunternehmen.

Kritik, dass sich die Linke nicht deutlich genug gegen Russland positioniert, weist Schirdewan zurück. "Der Parteitag hat wirklich mit großer Mehrheit sich entschieden und Anträge angenommen, die sich eindeutig und ohne Wenn und Aber gegen diesen fürchterlichen, völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine wendet." Das seien starke Signale.

Der neue Co-Parteichef sagt, er begrüße es, dass der Jugendverband Linksjugend eine Debatte über Sexismus in der Partei angestoßen hat. "Wir haben verstanden, auch als Linke, dass wir unserem Anspruch in der Vergangenheit als feministische Partei nicht gerecht geworden sind“, so Schirdewan. "Und wir werden die entsprechenden Konsequenzen daraus ziehen. Wir werden uns kulturell und strukturell an dieser Stelle erneuern."