Symbolbild: Teilnehmer einer Demonstration zum Internationalen Frauentag gehen durch Mitte und halten dabei ein Schild mit der Aufschrift «Weg mit Paragraf 219a - My Body - my Choice»
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Interview - Aufhebung von Paragraf 219a: Werbevorwurf ist "völlig abstrus"

Nach vielen Jahren wird der Paragrafen 219a - das sogenannte Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche - aus dem Strafgesetzbuch gestrichen. Die Ärztin Bettina Gaber wurde 2019 deswegen verurteilt. Ihr Vergehen: Sie hatte auf ihrer Webseite darüber informiert, dass sie medikamentöse Abbrüche anbietet.

Nach Meinung der Berliner Gynäkologin Bettina Gaber ist die Abschaffung des Paragrafen 219a ein erster Schritt zu einer noramlen Gesundheitsfürsorge für Frauen, die ihre Schwangerschaft abbrechen möchten. An diesem Freitag geht es um das Ende des sogenannten Werbeverbots für Abtreibungen im Bundestag.

Medikamentöser Schwangerschaftsabbruch: "Völlig wertfreie" Information

 

Gaber hatte bei der Eröffnung ihrer Praxis in Berlin vor zwölf Jahren auf ihrer Webseite geschrieben, dass bei ihr ein medikamentöser Schwangerschaftsabbruch möglich ist. Nicht ahnend, dass sie gegen ein Gesetz verstoßen würde. "Weil mir diese Information völlig wertfrei erschien." Im Jahr 2019 war sie deshalb von zwei Männern angezeigt worden und zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

Ungewollt Schwangere können sich ohne 219a schneller und besser informieren

 

Immer wieder sei ihr ein Geschäftsinteresse vorgeworfen worden, dabei halte sie diesen Werbevorwurf für "völlig abstrus". Es gehe um eine "rein sachliche Information" zu Schwangerschaftsabbrüchen, so Gaber.

Nach der Aufhebung des Paragrafen 219a sei es ihr straffrei möglich, die Methode des Abbruchs auf ihrer Webseite zu hinterlegen, sowie Hintergründe zu geben etwa zum Ablauf und zur Funktionsweise. Diese Informationen würde ungewollt Schwangeren helfen, so Gaber, die ohnehin "zutiefst psychisch belastet" seien und auch unter Zeitdruck stünden.