Die Fahnen der Ukraine und der EU wehen im Wind (Bild: dpa / Patrick Pleul)
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Interview - Lambsdorff: "Die verbalen Angriffe auf Litauen machen natürlich nervös"

Der FDP-Außenpolitiker Alexander Graf Lambsdorff hält die Bedrohungslage im Baltikum für weniger angespannt als vor dem Beginn des Ukraine-Kriegs. Zu einem Großteil handele es sich bei Äußerungen aus Russland um Propaganda, so Lambsdorff. Trotzdem beunruhigten sie natürlich.

Der FDP-Außenpolitiker Alexander Graf Lambsdorff hält die Bedrohungslage im Baltikum trotz des Transit-Streits zwischen dem EU und NATO-Mitglied Litauen und Russland für entspannter als vor Beginn des Ukraine-Kriegs. "So unmöglich das klingt, aber bei einer ganz nüchternen Analyse muss man feststellen, dass die militärischen Ressourcen, die normalerweise in der Westgruppe der sowjetischen Streitkräfte gebündelt sind, jetzt in der Ukraine im Einsatz sind."

Lambsdorff: Russland will Verunsicherung schaffen

 

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Bundeswehr in eine direkte militärische Konfrontation hineingezogen werde, sei "sogar geringer als sonst", meint Graf Lambsdorff. "Die verbalen Angriffe auf Litauen, die machen natürlich nervös, die beunruhigen." Zu einem Großteil handele es sich bei diesen Äußerungen aus Russland aber um Propaganda. "Das ist genau dazu gedacht, Verunsicherung zu schaffen".

EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag

 

Die Staats- und Regierungschefs der EU beraten ab Donnerstag in Brüssel; ein Entwurf der Abschlusserklärung sieht vor, dass der Ukraine und der Republik Moldau der Status eines Beitrittskandidaten verliehen wird.