In Berlin ankommende Inder
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Interview - Franke: "Die größte Zahl der Arbeitsmigranten aus Südasien sind Hochqualifizierte"

Menschen aus Indien stellten 2021 Berlins größte Einwanderergruppe dar. 17,5 Prozent aller Zuwanderer kamen im vergangenen Jahr aus Indien. Was die deutsche Hauptstadt für sie so attraktiv macht, erklärt Berthold Franke, Leiter des Goethe-Instituts in Neu Delhi.

Im vergangenen Jahr kamen die meisten Menschen, die neu nach Berlin gekommen sind, aus Indien. Ganze 17,5 Prozent der Berliner Zugewanderten hatten 2021 die indische Staatsbürgerschaft. Bei vielen der Menschen, die aus Indien oder Südasien nach Berlin kommen, handele es sich um junge Studierende, erklärt Berthold Franke, Leiter des Goethe-Instituts in Neu-Delhi.

Auch bei den Zugewanderten, die mittlerweile sprichwörtlich als "Lieferando-Fahrer" bezeichnet würden, handele es sich oftmals um Studierende, so Franke. "Allein für einen Lieferservice-Job, würden diese Menschen nie ein Visum bekommen." Eine zweite große Gruppe seien Pflegekräfte, die aus Indien nach Deutschland kommen und dann gebe es weiterhin auch eine größere Gruppe, die als IT-Fachkräfte zum Arbeiten nach Berlin kommen.

Mehrheit der Zugewanderten ist hochqualifiziert

 

Die Statistik zeige weiter, dass der Großteil der Arbeitsmigranten, die aus Südasien nach Deutschland kommen, Hochqualifizierte seien, so Franke. "Weit über 50 Prozent haben akademische Abschlüsse." Es gebe in Südasien eine neue, sehr große Mittelklasse, die ihre Chancen auch dadurch suchen würden, dass sie ihre Biografien durch ein Studium oder einen Job in Europa veredeln.

"Ich bin aber mal gespannt, wie lange die bei uns bleiben werden", sagt der Goethe-Institut-Büroleiter. Indien sei ein sehr dynamisches Land, sodass viele der Zugewanderten aufgrund guter Jobangebote bald in ihre Heimat zurückkehren könnten, glaubt Franke. Gerade im Pflegebereich sei Deutschland aber durchaus darauf angewiesen, dass die indischen Fachkräfte länger bleiben.

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