Klimaaktivisten der Initiative "Letzte Generation" sitzen, teilweise mit festgeklebten Händen
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Interview - Grünen-Politikerin Düring: "Entscheidend ist, warum diese Menschen zu radikalen Mitteln greifen"

Klimaschutzaktivisten haben am Montag in Berlin erneut mehrere Autobahnausfahrten blockiert. Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Deborah Düring hat Verständnis für die Aktion, befürchtet aber, dass die Diskussion um den Protest vom eigentlichen Ziel ablenkt.

Laut Angaben der Polizei hat die Gruppe "Letzte Generation" am Montag in Berlin dreizehn Autobahnzufahrten und nahegelegene Kreuzungen blockiert. Konkret richtet sich der Protest der Klimaschutzaktivisten gegen neue Ölbohrungen in der Nordsee.

Die 27-jährige Grünen-Bundestagsabgeordnete Deborah Düring hat Verständnis für das Anliegen der "Letzten Generation". "Ich halte zivilen Ungehorsam für ein legitimes Mittel des politischen Protestes, wenn er gewaltfrei vonstattengeht." Die entscheidende Frage sei jedoch eher, warum die Klimaaktivisten überhaupt das Gefühl hätten, zu so radikalen Mitteln greifen zu müssen. "Die Menschen haben Angst und ich kann diese Angst sehr gut nachvollziehen."

Sind die Straßenblockaden noch zielführend?

 

Obwohl sich inzwischen eine Mehrheit in Deutschland für mehr Klimaschutz in Deutschland ausspreche, müsse weiter aufgerüttelt werden, glaubt Düring. "Auch wir als Grüne sind froh über jeden Protest, der dieses Thema in die Öffentlichkeit bringt und klar macht, Klimaschutz ist keine Verhandlungssache, sondern das ist lebensnotwendig."

Wenn durch so einen Protest allerdings Ärzte oder Krankenwagen nicht mehr durchkommen, sei eine Grenze erreicht. Am Ende gehe es auch um die Akzeptanz eines Protests in der Gesellschaft, so die Bundestagsabgeordnete. "Wir diskutieren nur noch über die Legitimität des Mittels, aber wir müssen doch eigentlich darüber diskutieren, dass wir mehr Klimaschutz brauchen."