Baukräne leuchten vor einer Wohnsiedlung golden im Licht der aufgehenden Sonne
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Interview - Mieterverein trägt Ergebnisse des Wohnungsbündnisses nicht mit

Das Berliner Bündnis für Wohnungsneubau und bezahlbares Wohnen stellt am Montag die Ergebnisse seiner Beratungen vor. Eine gemeinsame Vereinbarung soll am Nachmittag im Roten Rathaus unterzeichnet werden. Fehlen wird jedoch die Unterschrift des Berliner Mietervereins. Geschäftsführer Reiner Wild erklärt, warum.

Der Berliner Mieterverein trägt die Ergebnisse des Wohnungsbündnisses nicht mit. Er werde die Vereinbarung nicht unterzeichnen, sagt Reiner Wild, der Geschäftsführer des Vereins. Zur Begründung sagt er, die Immobilienwirtschaft sei den Mieterinteressen zu wenig entgegengekommen:

"Wir haben vieles eingebracht aber wenig davon ist angenommen worden und wie sehen auch, dass die Vereinbarung, die dort gefunden wird, sehr unverbindlich ist. Es gibt halt sehr viele 'wir streben an' und 'wir wollen möglich machen' und ähnliche Formulierungen. Hier hätte jetzt was substantielles kommen müssen und ich glaube, dazu ist das, was da vereinbart wurde, einfach zu wenig."

Es fehlen Instrumente bei Neuvermietungen

Grundsätzlich begrüßt Wild, dass laut dem Bündnis Mieterhöhungen künftig auf elf statt wie bisher 15 Prozent begrenzt werden sollen. Allerdings fehlten Instrumente bei Neuvermietungen. "Da werden ganz besonders hohe Mieten verlangt. Oder auch Mieten nach einer Modernisierung: dazu wird gar nichts gesagt", so Wild. Auch beim Thema Heizkosten habe es kein Entgegenkommen gegeben.

Wild weist die Argumentation des Immobilienkonzerns Vonovia zurück, wonach ein freiwilliger Verzicht auf Mieterhöhungen unter anderem wegen der Inflation und gestiegenen Kosten nicht möglich sei. Das sei "vorgeschoben", so Wild: "Vonovia hat ganz andere Sorgen. Das sind der fallende Aktienkurs und die steigenden Zinsen." Der Mieterverein glaube deshalb nicht, "dass es hier keine Möglichkeiten hätte geben können".