Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird durch die Tempelanlage Borobudur auf der indonesischen Insel Java geführt.
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Interview - Steinmeier: "Es geht um Zusammenhalt in unserer Gesellschaft"

Unstimmigkeiten mit der ukrainischen Regierung, der Vorschlag eines sozialen Pflichtdienstes – Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier war in letzter Zeit häufig in den Schlagzeilen. Im Interview erklärt er, was er mit Präsident Selenskyj besprochen hat und wie sein Pflichtdienst-Vorschlag gemeint war.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier war in den vergangenen Tagen in Südostasien - bei Staatsbesuchen in Singapur und in Indonesien. Das Ziel: Verbündete finden - und Deutschlands Bereitschaft signalisieren, sich künftig stärker in der Region zu engagieren.

Die Suche nach anderen Partnern

"Es geht um Erkundung und in der Tat auch darum, zu sehen, wo können andere Partner sein, mit denen wir unsere Beziehungen sogar stärker pflegen werden in Zukunft?", so Steinmeier. Dafür müssten diese Länder überzeugt werden, "durch Zuwendung, durch Anwesenheit, durch Interesse und auch durch eine Bereitschaft, ihnen und ihren Sorgen tatsächlich zuzuhören."

Nun war Bundeskanzler Scholz gerade in der Ukraine – eine Reise, die Frank-Walter Steinmeier verwehrt geblieben war. Doch das sei geklärt, so der Bundespräsident: "Nach der abgesagten Reise habe ich mit Herrn Selenskyj lange gesprochen. Wir haben das, was vorgefallen, denke ich, erfolgreich ausgeräumt."

Angeregte Pflichtzeit bezieht sich nicht nur auf Junge


Eine weitere große Diskussion hatte in jüngster Vergangenheit Steinmeiers Vorschlag eines verpflichtenden sozialen Jahres gesorgt. "Es geht um Zusammenhalt in dieser Gesellschaft", erläutert er. "Ich habe betont diese Pflichtzeit nicht nur auf Junge bezogen, sondern Männer und Frauen gemeint und Junge und Alte gemeint, sich in einer bestimmten Zeitphase ihres Lebens für das Gemeinwesen zu verpflichten."

Er habe für diesen Vorschlag auch viel Lob gerade von jungen Menschen erhalten, so Steinmeier. "Ich habe nichts anderes gewollt, als eine Debatte in Gang zu bringen – und die läuft erfreulich intensiver, als ich es mir selbst erhoffe habe."