Ein Mann niest in einem Park in Berlin in ein Taschentuch (gestellte Szene) (Bild: picture alliance / dpa-tmn )
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Interview - Immer stärkere Pollenbelastung - immer bessere Behandlungsmöglichkeiten

Für viele Allergiker steigt die Belastung durch Pollen aktuell. Torsten Zuberbier, Leiter der Allergiefolgenforschung an der Berliner Charité, erklärt, warum der Pollenflug in den letzten 20 Jahren massiv zugenommen hat - und was Betroffene dagegen tun können.

Die Augen jucken, die Nase läuft – wenn man eigentlich doch das schöne Wetter genießen will – draußen. Für Menschen mit Allergie ist der Früh-Sommer und Sommer in Teilen eine echte Qual. Und viele Allergiker berichten davon, dass die Probleme bei ihnen früher anfangen und sie auch über den Sommer hinaus beschäftigen. Nicht nur auf dem Land – sondern auch in der Stadt.

Torsten Zuberbier ist der Leiter des Instituts für Allergieforschung an der Berliner Charité. Er bestätigt diesen Eindruck: "Wir können zeigen, dass in den letzten 20 Jahren sich der Pollenflug nicht nur ausgedehnt hat, was die Zeit angeht, also eher anfängt, später aufhört, sondern auch noch einfach stärker geworden ist."

Die gute Nachricht: "Es muss keine Qual sein!"

Die biologische Erklärung dafür ist simpel, sagt Zuberbier: "Wenn Pflanzen bessere Wachstumsbedingungen haben, dann vermehren sie sich einfach stärker." Da sie das über Pollenflug tun bedeutet das also: Je besser das Wetter, desto mehr Pollen fliegen. Begünstigt wird das auch noch durch einen höheren CO2-Ausstoss: "CO2 ist schlichtweg Dünger für Pflanzen."

Doch der Allergieforscher hat auch eine gute Nachricht: "Es muss eben keine Qual sein, weil wir gute Möglichkeiten haben zur Behandlung." Mit nicht müde machenden Antihistaminika und modernen Nasensprays ("auf keinen Fall abschwellende!"), bei denen das Cortison nicht mehr in die Blutbahn aufgenommen würde, könne man quasi beschwerdefrei sein, so Zuberbier.