Symbolbild zum Thema Erdgaslieferung von Russland nach Deutschland
Bild: Zoonar.com/DesignIt

Interview - Energieexpertin Kemfert: "Ernst der Lage nicht angekommen"

Die Wirtschaftswissenschaftlerin Claudia Kemfert hat angesichts der ausbleibenden russischen Gaslieferungen eine allgemeine Energiewende weg von fossilen Brennstoffen gefordert. Noch vor dem Winter müsse die Bundesregierung als ersten Schritt ein Sonderprogramm auflegen, um Gasheizungen durch Wärmepumpen-Anlagen zu ersetzen.

Angesichts sinkender Gasliefermengen aus Russland wird in Deutschland über Möglichkeiten debattiert, den Verlust auszugleichen. Die Wirtschaftswissenschaftlerin Claudia Kemfert fordert ein Sonderprogramm für Wärmepumpen.

Um drohende Energie-Engpässe zu vermeiden, reiche es nicht, die Heizung ein bisschen herunterzudrehen, so die Energie-Expertin: "Natürlich gibt es jetzt sehr hohe Nachfragen, auch Knappheiten, da wäre aber die Bundesregierung dringend beraten gewesen, schon in den letzten Wochen wirklich ein Notfallprogramm zu starten."

"Notfallprogramm jetzt dringend notwendig"

Das könnte ein Ausbildungsprogramm beinhalten, um schnell Fachkräfte mobilisieren zu können. Außerdem müssten sich die Hersteller mit an den Tisch setzen und gemeinsam müsse man überlegen, wie schnell das jetzt gehen könnte.

Kemfert übt in diesem Zusammenhang Kritik an der Bundesregierung: "Da ist aus meiner Sicht noch nicht so der Ernst der Lage angekommen, das muss man dringend ändern, damit es schneller geht. Das kann man nicht auf Knopfdruck umlegen und dann alles ändern, aber das Notfallprogramm ist jetzt dringend notwendig."

Auch auf rbb24inforadio.de

"World help us" steht am mit Sandsäcken geschützten Denkmal der Fürstin Olga in der Innenstadt von Kiew.
dpa

Russischer Angriff - Krieg in der Ukraine

Seit Ende Februar herrscht Krieg in Europa: Russland greift die Ukraine militärisch an. Im ganzen Land stehen die Städte immer wieder unter Beschuss. Mehrere Millionen Menschen sind auf der Flucht. Inforadio begleitet die Entwicklung und erklärt Hintergründe in Interviews, Reportagen und Podcasts.

EU-Fahne vor Fahne der Ukraine
picture alliance / CHROMORANGE

Interview - Politologe: "Kandidatenstatus für Ukraine ist wahrscheinlich"

Die Ukraine wünscht sich einen Beitritt zur EU - und die EU-Kommission hat sich für den Kandidatenstatus ausgesprochen. Es sehe sehr danach aus, dass auch die EU-Mitgliedsstaaten gemeinschaftlich zustimmen, sagt Kai-Olaf Lang, Osteuropa-Experte bei der Stiftung Wissenschaft und Politik. Doch es gebe auch Bedenken.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen spricht bei ihrem Besuch in Kiew im April mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskyj
picture alliance / The Presidential Office of Ukraine

Interview - Hofreiter: EU-Gipfel sollte Ukraine Kandidatenstatus geben

Die EU-Kommission hat sich dafür ausgesprochen, die Ukraine offiziell zum Kandidaten für den Beitritt zur Europäischen Union zu ernennen. Anton Hofreiter (Grüne) plädiert dafür, dass der EU-Gipfel nächste Woche den Kandidatenstatus direkt beschließen sollte.