Bei einer Versammlung der AfD in Essen werden rote Stimmzettel für "Nein" hochgehalten
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Interview - Bundessprecher Chrupalla: "Lagerkämpfe endlich beenden"

Am Freitag will sich AfD-Bundessprecher Tino Chrupalla bei einem Parteitag in Riesa wiederwählen lassen. Er sagt, der neue Bundesvorstand müsse "alle legitimen Strömungen unserer Partei vereinen - also die Konservativen, die Sozialen, die Patriotischen und die Freiheitlichen".

"Ich denke, das wird mir gelingen", sagt Chrupalla. Die AfD sei gerade dabei, die jüngsten Wahlergebnisse zu analysieren. "Wir müssen uns natürlich eher an dem Wähler und dem Bürger orientieren: Nicht, was wir vielleicht selber möchten, sondern was der Wähler eher möchte", so der Bundessprecher. Das werde auch Thema auf dem Parteitag sein.

Als Beispiel nannte Chrupalla, dass seine Partei "als Alleinstellungsmerkmal deutsche Interessen" in den Vordergrund rücke. "Wir stehen ganz klar für eine interessengeleitete Außenpolitik. Wir sehen aktuell eine wertegeleitete, die natürlich auch ins Fiasko führt", so der AfD-Chef. Das zeige sich etwa an den gestiegenen Preisen. Das habe die Bundesregierung verursacht und nicht der Krieg in der Ukraine.

"Sollen politisch ausgeschaltet werden"


Seine Partei lehne es auch ab, dass die Ukraine möglichst schnell den EU-Kandidatenstatus bekommt, erklärt Chrupalla: "Ich halte von diesen Forderungen überhaupt nichts." Zur Beobachtung seiner Partei durch den Verfassungsschutz sagt er, die AfD sei eine "mündige Oppositionspartei“, die "politisch ausgeschaltet" werden solle. "Das Bundesamt für Verfassungsschutz ist politisch instrumentalisiert", so Chrupalla. Dagegen wehre man sich.

Im März hatte das Verwaltungsgericht Köln geurteilt, dass die AfD zu Recht vom Verfassungsschutz als Verdachtsfall eingestuft wurde. Chrupalla kündigte Ende Mai an, dass seine Partei dagegen Berufung einlegen wird.