Der hafen von Mariupol in der Ukraine (Bild: dpa)
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Interview - Wirtschaftsexperte: Geschlossene Häfen sind kritischer Faktor für Ukraine

Der Krieg in der Ukraine drückt gerade auf das Bruttoinlandsprodukt im Land, erklärt Wirtschaftsexperte Stefan Kägebein. Außerdem beschreibt er vor dem Hintergrund der diskutierten EU-Beitrittsperspektive, bei welchen Gütern die Ukraine die EU stärken könnte.

Stefan Kägebein, Regionaldirektor für Osteuropa im Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft, berichtet von Getreide und Weizen aus der Ukraine, die in Russland aufgetaucht seien. Es gehe hingegen bei dem Angriffskrieg nicht um Öl- oder Gasvorkommen aus der Ukraine.

Aus wirtschaftlicher Sicht haben laut dem Wirtschaftsexperten einige Gebiete, die unter russischer Kontrolle sind, auch Einfluss auf das ukrainische Bruttoinlandsprodukt. So könnten wichtige Unternehmen, wie etwa das Asow-Stahlwerk in Mariupol oder die Häfen am Schwarzen Meer nicht mehr exportieren.

Kaegebein: "Geschlossene Häfen sind schon wirklich ein sehr, sehr kritischer Faktor für die Ukraine."

 

"Man sieht an der jetzigen Lage, dass das Fehlen dieser Häfen zu ganz krassen Engpässen bei der Exportfähigkeit führt", so Stefan Kägebein. Wege über Land oder Schiene könnten das nicht ausgleichen.

Auf den Gebieten der Agrarmittel, Automobilindustrie und im IT-Sektor habe die Ukraine der Europäischen Union etwas zu bieten. Zudem nennt der Experte Stromexporte: "Die Ukraine sieht auch als zukünftiges Geschäftsfeld die Produktion von grünen Energien."