Im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin steht ein Logo der CDU.
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Interview - Linnemann (CDU): "Die Frauenquote allein bringt gar nichts"

Der CDU-Vorstand befasst sich am Mittwoch mit der "Grundwerte-Charta" – das ist praktisch der erste Teil eines neuen Grundsatzprogramms. In der Partei wird auch über die Einführung einer Frauenquote diskutiert. CDU-Vize Carsten Linnemann will stattdessen lieber ein Zehn-Punkte-Programm aufstellen, um die Partei attraktiver zu machen.

Durch das neue Grundsatzprogramm solle die CDU unterscheidbar von anderen Parteien werden, so Linnemann. Ein solcher Grundsatz sei die Forderung eines allgemeinen Pfilchtjahres nach der Schule. Keine andere Partei fordere das Pflichtjahr. Linnemann möchte im Lauf der Beratungen über die Grundwerte-Charta fünf bis zehn solcher Kernthemen finden. "Das würde der Demokratie gut tun, das würde meiner Partei gut tun und dann würden wir auch wieder sehr erfolgreich Wahlen gewinnen", sagt der stellvertretende Bundesvorsitzende der CDU.

CDU will für junge Menschen attraktiver werden

 

Eine Frauenquote für die CDU sieht Linnemann dagegen kritisch. Stattdessen brauche es ein inhaltliches Programm, um die Partei für Frauen, junge Menschen und "Zugewanderte" attraktiver zu machen. Es brauche etwa neue Veranstaltungsformate und Möglichkeiten zur digitalen Teilnahme an Sitzungen. Durch eine Quote bestehe die Gefahr, dass solche Punkte vernachlässigt würden. "Die Frauenquote alleine bringt gar nichts", sagt Linnemann.