Prof. Michael Hüther, Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln
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Interview - Wirtschaft umbauen: Wie kann das klappen, Herr Hüther?

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat angekündigt, eine neu geschaffene "Allianz für Transformation" mit Unternehmen, Gewerkschaften und Verbänden zusammenzubringen. Welche Idee dahinter steckt, erklärt Michael Hüther, Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft.

Transformation – dieses Wort kommt im Koalitionsvertrag der Ampelregierung mehr als 40 Mal vor. Gemeint ist die Digitalisierung verschiedener Lebens- und Wirtschaftsbereiche, genauso wie die angestrebte Klimaneutralität und zum Beispiel die nötigen Veränderungen in der Automobilindustrie. Dafür haben die Ampelparteien vereinbart, dass eine Allianz für Transformation diese Prozesse auf den Weg bringen und die Rahmenbedingungen abstecken soll.

Am Dienstag treffen sich knapp 30 Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften und Wissenschaft im Kanzleramt mit Olaf Scholz und Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck.

Hüther: Digitalisierung und Dekarbonisierung sind nicht voneinander zu trennen

 

"Ambitionierte Ziele zu vereinbaren ist nicht die große Kunst, es geht jetzt um Handlungen", sagt Michael Hüther, Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft. Die Zeit, bis Deutschland klimaneutral werden müsse, sei nicht mehr lang. Wichtig sei in diesem Zusammenhang, Digitalisierung und Dekarbonisierung zusammenzudenken. "Digitale Transformation hat einen erheblichen Möglichkeitsraum für die Verminderung von CO2-Emissionen", betont Hüther. Deutschland brauche daher zuerst eine bessere digitale Infrastruktur.