VR-Brille bei der re:publica 2022
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Interview - Tincon-Projektleiterin: Alle Themen junger Menschen finden im Digitalen statt

Am Freitag wird die re:publica 22 ganz im Zeichen der digitalen Jugendkultur stehen. Denn die Tincon startet. Projektleiterin Sheherazade Becker erklärt, warum es wichtig ist, mit den 13- bis 25-Jährigen über Nutzen und Probleme des Digitalen auf Augenhöhe zu sprechen.

Zu den Themen auf der Tincon gehören aktuelle Krisen, digitale Plattformen, aber auch große politische Themen, erklärt Sheherazade Becker. Erwartet wird auch Bundesjugendministerin Lisa Paus. Neben Corona werde es mit ihr auch um das Thema Jugendarmut gehen: "Wie genau wollen wir das eigentlich verhindern, dass junge Menschen in Deutschland in Armut aufwachsen?"

Sheherazade Becker: Junge Menschen sind in ihrem natürlichen Lebensraum im Digitalen unterwegs

 

Die Nutzung digitaler Angebote durch junge Menschen müsse auch mal nicht sinnvoll sein, erklärt die Projektleiterin: "Das ist völlig in Ordnung. Auch Zerstreuung muss erlaubt sein." Zudem müsse anerkannt werden, dass junge Menschen in ihrem natürlichen Lebensraum im Digitalen unterwegs seien, so finden dort alle Themen statt - gesellschaftliche, politische, Unterhaltungsthemen, aber auch zu der eigenen Identität.

Tincon-Projektleiterin: "Keine Illusion, dass wir von großen Konzernen abhängig sind"

 

Dennoch sei man sich der Risiken und Probleme bewusst: "Wir geben uns da keinen Illusionen hin, dass wir natürlich irgendwie von großen Konzernen - auch gerade was Plattformen angeht - ein Stück weit auch anhängig sind." Laut Becker sei es eben die Aufgabe, das mit Jugendlichen auf Augenhöhe zu verhandeln und Lösungen zu finden.

Zudem müssten junge Menschen mehr einbezogen werden, vor allem die, die noch nicht wählen können: "Niemand möchte gern hören: 'Das, was du sagst, denkst oder fühlst, spielt keine Rolle.' Aber Jugendliche erleben das nun mal jeden Tag", so Sheherazade Becker, Projektleiterin der Tincon.