Das Euro-Logo vor der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main
Bild: IMAGO / Schöning

Interview - EZB kündigt Erhöhung des Leitzins im Juli an

Zum ersten Mal seit mehr als zehn Jahren hebt die Europäische Zentralbank den Leitzins an. Im Juli soll er um 0,25 Prozentpunkte steigen. Das sei ein Schritt in die richtige Richtung, die EZB müsse aber noch nachlegen, sagt Hendrik Buhrs, Redakteur beim Verbrauchermagazin Finanztip.

Die Zinserhöhung im Juli sei nur der erste Baustein einer Kette, erklärt Buhrs. Einen sofortigen Effekt erwarte EZB-Chefin Christine Lagarde nicht. Für den September sei bereits eine weitere Zinserhöhung angekündigt.

Verbraucherinnen und Verbraucher werden den Kurswechsel bemerken, ist Buhrs sicher. "Wenn der Leitzins steigt, dann verbessern sich die Anlagemöglichkeiten für die, die Geld haben." Für Tagesgeld und Festgeld werde es wieder etwas höhere Zinsen geben. Auch Negativzinsen würden bald der Vergangenheit angehören.

Kampf gegen Inflation: Dauerlauf statt Sprint

 

Wer Schulden habe, solle sich am besten von einem Finanzberater beraten lassen, rät Buhrs. Eventuell sei eine Umschuldung ratsam. "Je früher man sich um eine Zinsbindung bemüht, umso besser", sagt der Experte.

Wird die Zinserhebung die Inflation eindämmen? Da die Inflation hauptsächlich durch die hohen Energiepreise verursacht werde, könne die EZB recht wenig Einfluss nehmen, ment Buhrs. Der Kampf gegen die hohe Inflation sei deshalb eher ein Dauerlauf als ein Sprint. "In der Tendenz ist es der richtige Schritt, aber da muss die EZB auch wirklich in den nächsten Monaten noch nachlegen", so Buhrs.