Abakus und Reichstag (Bild: imago images/Steinach)
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Interview - Finanzexpertin: Neuverschuldung nicht bedenklich

Der Bundestag hat den Bundeshaushalt für das laufende Jahr beschlossen. Neue Schulden von 138,9 Milliarden Euro sind darin vorgesehen. "Wir leihen dieses Geld mit der deutschen Wirtschaftskraft im Rücken", sagt die Ökonomin Philippa Sigl-Glöckner.

Die Direktorin der Denkfabrik "Dezernat Zukunft - Institut für Makrofinanzen" sieht wenig Anlass für Beunruhigung durch die im Haushaltsplan veranschlagte Neuverschuldung. Hinter den Schulden stehe eine immense Wirtschaftsleistung. Das Interesse an deutschen Staatsanleihen sei sehr hoch. "Insofern ist das gar nicht so bedenklich", sagt Sigl-Glöckner.

Staatsschulden nicht mit persönlichen Schulden vergleichbar

 

Wichtig sei, diese Wirtschaftsleistung zu erhalten, denn durch diese würden die Zinsen bedient, betont, die Finanzexpertin, die auch SPD-Mitglied ist. Man müsse verstehen, dass Staatsschulden etwas anderes seien als persönliche Schulden von Einzelpersonen. "Der Staat kann sich sehr, sehr günstig verschulden, der verdient normalerweise mit seinen Krediten Geld und der muss sie auch erstmal auf absehbare Zeit gar nicht zurückzahlen, weil ganz viele Anleger bei ihm ihr Geld parken wollen", sagt Sigl-Glöckner.