Symbolbild: Menschen im Tschad
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Interview - Afrika-Experte: "Es droht eine Hungerkatastrophe"

Vor 100 Tagen sind russische Truppen in die Ukraine einmarschiert. Nun zeichnet sich eine dramatische Nahrungsmittelkrise in Afrika ab, weil Weizenlieferungen fehlen. Russland missbrauche Nahrungsmittelexporte als Waffe, meint Robert Kappel von der Universität Leipzig.

Die Folgen des Ukraine-Krieges sind weltweit zu spüren. Es zeichnet sich eine dramatische Nahrungsmittelkrise ab, weil die Weizenlieferungen aus der Ukraine und Russland fehlen. "Es droht eine Hunger- und Armutskatastrophe", sagt der Afrika-Experte Robert Kappel vom Institut für Afrika-Studien der Universität Leipzig.

"Man sollte Nahrungsmittelexporte nicht als Waffe benutzen"

 

Schon Klimakrise und Pandemie sorgen für Nahrungsmittelknappheit auf dem Kontinent, so Kappel. "Die Lage ist sehr dramatisch." Die Preise stiegen enorm. Insbesondere kritisiert der Professor Russland stark: "Man sollte Nahrungsmittelexporte nicht als Waffe benutzen und das wird im Moment von Russland gemacht."

Ernährungsnotstand im Tschad ausgerufen

 

Der zentralafrikanische Tschad hat am Donnerstag aufgrund mangelnder Getreidelieferungen im Zuge des Ukraine-Kriegs einen Ernährungsnotstand ausgerufen. Die Lebensmittelsituation habe sich seit Jahresanfang extrem verschlechtert - internationale humanitäre Hilfe sei dringend notwendig, teilte die Militärregierung mit.