Symbolbild: Kauf von Lebensmitteln
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Interview - Paritätischer Verband: Neuer Mindestlohn hilft nur Single-Haushalten

Der Bundestag hat die Anhebung des Mindestlohns beschlossen. Zum 1. Oktober steigt er auf 12 Euro pro Stunde. Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer von Der Paritätische Gesamtverband, freut sich über das politische Eingreifen, sagt aber auch: Gegen Armut ist der Effekt gering.

Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer von Der Paritätische Gesamtverband, hält den neuen Mindestlohn von 12 Euro für einen guten Anfang - aber nicht für die Lösung des Armutsproblems in Deutschland. Es sei gut, dass die Politik eingreife. "Es bringt etwas Hygiene in den Arbeitsmarkt."

Neuer Mindestlohn hilft Single-Haushalten

 

Insbesondere Single-Haushalten würde der neue Mindestlohn helfen, aus Hartz IV rauszukommen. Armutspolitisch habe er aber sonst wenig Effekt, meint Schneider. "Sobald Kinder in der Familie sind, hilft dieser Mindestlohn natürlich auch nicht weiter."

Dauerhafte Unterstützung statt Tankrabatt

 

Entscheidend sei eine dauerhafte Unterstützung, indem Regelsätze, Wohngeld und Bafög erhöht würden. "Das sind die Maßnahmen, die helfen, die machen Sinn, aber kein Tankrabatt, der mit der Gießkanne verteilt wird", findet Schneider. Dass sich die Inflation schnell ändere, davon sei schließlich nicht auszugehen.