Symbolfoto: Spritze mit Biontech-Logo im Hintergrund
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Interview - NGOs fordern Impfstoff-Technologietransfer für arme Länder

BioNTech hat viele Milliarden mit seinem Impfstoff gegen Corona erzielt. Mehrere Organisationen fordern, den Impfstoff in der Welt gerechter zu verteilen. Mareike Haase von "Brot für die Welt" erklärt, was dahinter steckt und warum die Förderung durch öffentliche Gelder in Zukunft an Bedingungen geknüpft werden sollte.

Das Unternehmen BioNTech habe auf der einen Seite in den vergangenen Jahren nicht genug Corona-Impfstoff in die ärmeren Länder geliefert, sagt Mareike Haase, Gesundheitsexpertin der Organisation "Brot für die Welt". Es sei so, "dass nur ein Prozent der Produktion von BioNTech/Pfizer überhaupt in Länder mit einem niedrigen Einkommen geliefert wurden."

Stattdessen seien Länder mit hohem Einkommen priorisiert worden. Daher habe das Unternehmen hohe Gewinne einfahren können. Auf der anderen Seite habe sich BioNTech geweigert, das Know-How an andere Firmen, die auch mRNA-Impfstoffe produzieren könnten, weiterzugeben.

Brot für die Welt: BioNTech-Impfstoff wurde auch mit massiver, öffentlicher Förderung entwickelt

 

Dazu hat das Bündnis, zu dem unter anderem Amnesty International, Brot für die Welt und Oxfam Deutschland gehören, BioNTech einen Fragenkatalog geschickt. Haase verweist darauf, dass der BioNTech-Impfstoff auch mit massiver, öffentlicher Förderung entwickelt worden sei - etwa durch direkte Förderung von der Bundesregierung in Höhe von 375 Millionen Euro. "Außerdem konnte BioNTech zurückgreifen auf die jahrzehntelange Forschung an öffentlichen Einrichtungen zu mRNA-Technologien."

Nach Ansicht der Organisationen muss daher auch die Öffentlichkeit davon profitieren. Außerdem müsste die Politik in Zukunft die Förderung von Impfstoffen durch die öffentliche Hand an Bedingungen knüpfen, so Haase.