Welche Konsequenzen hat das partielle EU-Ölembargo gegen Russland?
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Interview - Wirtschaftsforscher: EU-Ölembargo stärkt Russland kurzfristig

Das Teilembargo, das die EU am Montag für Erdölimporte aus Russland beschlossen hat, löst gemischte Gefühle aus. Achim Wambach, Präsident des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung Mannheim, findet, es werde Russland nicht entscheidend schwächen.

Achim Wambach, Präsident des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung Mannheim, gibt zu bedenken, dass das Öl-Embargo auch erst in sechs Monaten beginnen soll. Aber es sei ein Baustein und die Ölexporte Russlands würden damit stark zurückgefahren: "Russland wird einen Teil des Öls auch an andere Länder verkaufen können, aber mit einem Abschlag, also insofern wird Russland damit auch getroffen werden", so Wambach.

Importe wichtiger als Exporte

 

Russland habe dieses Jahr jedoch enorme Einnahmen generiert, meint der Wirtschaftsforscher. Was stärker wirke, seien die Exportsanktionen von Exporten aus Europa nach Russland. "Die Importe in Russland sind sehr stark eingebrochen und das trifft die Unternehmen, weil die keine Produkte mehr bekommen, die sie weiterverarbeiten können", so Wambach.

Wegkommen vom Pipeline-Öl

 

Im nächsten Schritt müsse es darum gehen, auch vom Pipeline-Öl Russlands weniger abhängig zu werden. Jetzt hat man im Kompromiss nur den Fall geregelt, dass russisches Öl in mittelfristiger Zukunft über Schiffe nicht mehr importiert werden kann.